Samstag, 5. Januar 2013

Wolfgangsee und Weisses Rössl 2 - der zweite Tag


Wolfgangsee und Weisses Rössl 2:
der zweite Tag

Der Blick aus dem Fenster verhieß nichts Gutes: grau, Nebel bis hinab auf den See. Na ja, es stand ja keine Bergwanderung auf dem Programm. Also gemütlich in den Speiseraum und ein wunderbares Frühstück. Danach wollten wir uns eigentlich für die verschiedenen Wellnessprogramme anmelden, einfach, um alles mal zu probieren, was das Weisse Rössl so alles anbietet.

Das war allerdings eine nicht ganz so schöne Überraschung: Es gab kaum noch Termine, fast alles ausgebucht. Kein Wunder auch, sollen doch jetzt zur Zeit des Adventsmarktes rund 300 000 Besucher an den Wolfgangsee kommen und rund 35 000 davon übernachten. Ein paar Lücken konnten wir allerdings im Terminkalender noch ausfindig machen und für uns reservieren.
Zum Trost gönnten wir uns wieder die wunderbar wärmende Infrarotkabine und genossen das ganze Sprudel-, Strudel-, Whirl- und Wellenprogramm des Swimmingpools. Auch den Außenpool im Wolfgangsee und den Whirlpool auf der Terrasse konnten wir natürlich nicht außer Acht lassen.

Wolfgangseer Advent, ein Teil vom Alpenadvent
Danach Adventsprogramm angesagt. Zuerst fuhren wir mit dem Schiff durch den Nebel nach Strobl. Strobl, St. Gilgen und St. Wolfgang haben sich die Adventsthemen etwas aufgeteilt. Während St. Wolfgang als Symbol die Laterne hat, ist Strobl das Krippendorf und hat als Symbol den Komenten und St. Gilgen das Kerzendorf mit Kerzen aller Art und Größe. 

Wolfgangseer Advent:
lebensgroße Krippenfiguren von Matthäus Mayrhauser
An der Schiffsanlegestation trafen wir Matthäus Mayrhauser an seinem Stand, an dem er Krippenfiguren verschiedenster Art verkauft. Das ist aber nicht das Besondere an ihm. Wie wir erfuhren, ist seine große Leidenschaft das Schnitzen lebensgroßer Adventsfiguren. Wir konnten sie im Laufe des Tages an den verschiedensten Stellen um den Wolfgangsee erkunden, etwa 60 in St. Wolfgang und rund 10 in Strobl. Sein großer Traum ist, verriet er uns, ist das Schnitzen eines lebensgroßen Königszuges, als der heiligen drei Könige, mitsamt Elefant und Kamel und so weiter. Da steht ihm und den Besuchern ja noch einiges bevor. Figuren von ihm konnten wir dann noch in Strobl und vor allem in St. Wolfgang bewundern, wo er eine riesengroße Krippe mit zahlreichen, teils recht humoristischen Figuren stehen hat. Jedes Jahr kommen etwa 10 dazu, insgesamt sollen es einmal 50 werden. Na, dann mal los, Matthäus Mayrhauser…

Wolfgangsee: weiter nach Strobl
Bekannt ist Strobl am Wolfgangsee für seinen flachen Badestrand, im Sommer halt! Man sieht Villen aus der Jahrhundertwende im für das Salzkammergut typischen Stil und in der Umgebung einige schöne Bauernhäuser.




Strobl entwickelte sich im 14. Jahrhundert aus dem „Gut am Schober“, einer Taverne und einem Stützpunkt für das Eisen, das aus der Steiermark kam und weiter über den See verschifft wurde. Diese Einrichtungen und die Verwaltung der Güter, die dem Domkapitel gehörten, waren lange im Besitz einer Familie Strobl. Ein gewisser Strobolo – der Name bedeutet „strubbeliger Mann“ – war im 14. Jahrhundert Inhaber der Fischaufsicht.

Sehenswertes in Strobl am Wolfgangsee
In der spätbarocke Pfarrkirche St. Sigismund (1758/1759) befindet sich am rechten Seitenaltar das Bild „Madonna vom guten Rat“ von Peter Anton Lorenzoni (1760). An der Kulturpromenade findet man Werke der Künstler Eva Mazzucco, Ilse Sprohar und Toni Schneider-Manzell. Nahe des Ortes befindet sich das Landschafts- und Naturschutzgebiet Blinklingmoos.

Wolfgangseer Advent: Strobl, das Krippendorf
Unsere erste Station war das „Krippendorf“ Strobl. Klar, dort wurde man bereits von großen Krippenfiguren empfangen, es gibt einen Wildpark mit Rotwild, von dem ein mächtiger Hirsch sich durch die zahlreichen Besuchern nicht aus der Ruhe bringen ließ, man sah lebende Schafe und neugierige, muntere Ziegen. Schon ideal für Kinder. Dann spazierten wir durch den Ort zu unserer Essstation, war es mittlerweile doch schon Mittag geworden. Suppe gab’s, aus einem essbaren Teller aus Brotteig. Schmeckte lecker, und auch der Verdauungsschnaps am Ende war nicht zu verachten.




Strobl am Wolfgangsee:
Führung durch die Krippenausstellung und zum Jubelkarl
Danach besuchten wir die Krippenausstellung, in der nicht nur 33 Schülerarbeiten einer 4. Grundschularbeit zu bewundern waren, sondern vor allem rund 60 alte Krippen ab etwa 1860. Alle in Privatbesitz und für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt. Irma Hillebrauer, die örtliche Heimatforscherin, bot uns einen überaus lehrreichen, interessanten Vortrag über die Entstehung der Krippen überhaupt und die Geschichte der Krippen im Alpenraum im Besonderen. So erfuhren wir, dass die erste Krippe im Jahr 323 in Syrakus auftauchten, die erste im Salzkammergut etwa um 1400. Um 1800 entstanden die Kastenkrippen, als der Kaiser die Krippen eigentlich verbot, und man so einen Kasten doch schnell zumachen konnte. In manchen alten Krippen ist dann auch ein Schornsteinfeger zu sehen, der für den Kaiser Spitzeldienste verrichtete, indem er nämlich„petzte“, wenn er bei seinen Arbeiten irgendwo eine Krippe entdeckte. Etwas Besonderes ist auch der „Jubelkarl“, der gerne in Krippen aus dem Steyr- und dem Ennstal eingearbeitet wurde - ein kleines Männchen, dem man ansah, wie es über die Geburt Jesu jubelte.

Das ist er: der Jubelkarl!


Leider war die Zeit sehr knapp, wir hätte alle noch gerne dem interessanten Vortrag gelauscht, aber wir mussten weiter. Nach einem Glühwein oder alkoholfreien Heißgetränk wartete auch bereits wieder das Schiff, das uns zurück nach St. Wolfgang brachte. Mittlerweile hatten sich auch die Gassen gefüllt, die Stände waren alle besetzt und die Lichter leuchteten, dass es eine Pracht war.

St. Wolfgang am Wolfgangsee:
viel los am Wolfgangseer Advent
Wir kämpften uns durch die eng-romantischen St. Wolfganger Gassen mit den historischen Häusern durch bis zum Rathaus, wo wir die Werke verschiedener Kunsthandwerker bewundern konnte. Schön, was es alles gibt, und wie qualitätsvoll. Die Künstler gaben auch bereitwillig Auskunft über ihre Waren. Insgesamt sind es über 70 Aussteller, die hier ihre Arbeiten während der Adventszeit präsentieren. Dass es hier auch ein Photoatelier gibt und den Kindern Engel beim Schreiben ihrer Weihnachtswünsche helfen und kleine Kinder ihre Weihnachtsbilder zu Verschenken malen können, soll nur am Rande erwähnt werden - der Wolfgangseer Advent bietet halt für alle etwas.




Advent in St. Wolfgang:
nach den Engeln und den Kunsthandwerkern in die Kaffeewerkstatt
Zum Ausklang wurden wir in die Kaffeewerkstatt von Cornelia und Fritz Wipplinger geführt. Seit 2011 führen sie im ehemaligen Postamt von St. Wolfgang ihr wohl einmaliges Kaffeehaus. Einmalig nicht nur in Bezug auf das Angebot von unzähligen Kaffees und herrlichen Kuchen, einmalig auch in Bezug auf die Einrichtung, die zwar recht zusammengewürfelt ist, dadurch aber ein überaus stimmiges, stimmungsvolles, ja fast romantisches Gefühl erweckt.


Dass das ankommt, merkt man auch an der Frequenz - ohne Tischreservierung hätten wir wohl keinen Platz gefunden. Dass sich die Atmosphäre auch auf das Personal überträgt, merkten wir an der natürlichen Freundlichkeit der Bedienungen. Man löst sich ungern von solch gastlicher Stätte. Info:www.kaffeewerkstatt.eu.



Advent in St. Wolfgang:
nochmal Krippen von Matthäus Mayrhauser
Trotzdem, einen Höhepunkt gab es noch zu entdecken, die größte der Krippenausstellungen von Matthäus Mayrhauser, die sich gleich hinter der Kaffeewerkstatt befindet. Hier kann man zahlreiche lebensgroße Figuren bewundern, zu denen, wie er ankündigt, jedes Jahr rund 10 dazukommen sollen. Na dann mal los. Die lebensecht geschnitzten Gesichter lassen vermuten, dass da bei der einen oder anderen Figur ein heimischer Zeitgenosse dargestellt, um nicht zu sagen karikiert wurde. Böse wird ihm wohl keiner sein, dazu sind die Skulpturen zu schön und humoristisch.

Der Künstler selbst!


Zurück ging es nun in dunkler Nacht. Wunderbar, denn so konnten die vielen Lichter über den Straßen und an den Ständen auch ihre volle Leuchtkraft entfalten. Idylle pur - 300.000 Besucher können nicht irren, ist man da versucht zu sagen!




Ein schöner Schluss ziert alles. Und so wartete zum Ausklang des Tages, nach vielleicht einer letzten Wellnessanwendung bei der oder dem einen oder anderen, ein Abendessen mit Rösslwirtin und Rösslwirt Gudrun und Oliver Trudmann-Peter.

Carpaccio vom Hirschkalbsrücken mit Rotkrautchutney und Kohlsprossen

Grüne Pfefferschaumsuppe mit Feige


Milchkalbsrücken mit Steinpilzsauce, Grießsufflé und Broccoli
Creme Weisses Rössl mit Himbeersauce und Feigensorbet



Dieter Buck



Info:
Wolfgangsee Tourismus Gesellschaft, 5360 St. Wolfgang, Au 140, Telefon (0 61 38)80 03, www.wolfgangsee.at, info@wolfgangsee.at.

Romantik Hotel im Weissen Rössl, A 5360 St. Wolfgang, Telefon 0043 (0) 6138 2306-0, Fax 0043 (0) 6138 2306-9941, welcome@weissesroessl.at, www.weissesroessl.at
www.alpen-advent.com




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