Sonntag, 6. Januar 2013

Algund 6 - Thronsessel und die Gärten von Schloss Trauttmansdorff


Algund - 
Thronsessel und die
Gärten von Schloss Trauttmansdorff


Unser Nachmittag stand ganz im Zeichen der Gartenkunst. Dr. Harald Niederl vom Tourismusverein Algund chauffierte uns zuerst zu den so genannten Thronsesseln am westlichen Ortsrand von Algund, die sich am Radweg durch den Vinschgau bis Meran befinden. Sie wurden vom Künstler Karl-Heinz Steuer konzipiert - der auch sonst für die Gärten von Schloss Trauttmansdorff arbeitet. 


Von diesen überdimensionalen Kunstwerken hat man einen herrlichen Blick über die Landschaft des Meraner Landes, zu den umliegenden Bergeshöhen und Dörfern und Orten wie beispielsweise Algund und Meran. Zudem liegen sie direkt am beliebten Radweg durch den Vinschgau, so dass man wohl immer auch Radler sieht, die sich hier ausruhen.

Anschließend und vor unserem Besuch in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff zeigte uns Harald Niederl den ehemaligen römischen Brückenkopf. Hier befand sich einst eine Brücke, die über die Via Claudia Augusta und vor allem über die Etsch führte. Heute sieht man auf dem alten Gemäuer einen christlichen Bildstock und in einem Museum die Fundament des Brückenkopfes. Das Museum wird derzeit konzipiert und erbaut. In den nächsten Jahren wird hier eine Dokumentation zu sehen sein.



Eine Superlative: 
Die „Gärten von Schloss Trautmansdorff“


Dann führte die Fahrt weiter nach Meran. Die „Gärten von Schloss Trauttmansdorff“standen auf dem Programm. Ein botanischer Garten der Superklasse, dem Autor, immerhin Autor eines Garten- und Parkführers, fällt hierzu kein passender Vergleich ein. 11 Jahre ist er nun alt und alles sieht so gut eingewachsen aus, als war es schon immer so. 
Dr. Heike Platter und Selma Sutic-Dorigatti führten uns bescheidene Unwissenden durch die Pracht. Man muss dazu sagen, das Wetter haut auch dazu gepasst, dafür konnte keiner der Beteiligten was. Das Fachwissen von Heike Platter erschlug uns fast. Die Philosophie der Gärten, die Geschichte, die botanischen Besonderheiten, es gab nichts, was sie nicht wusste…



Der Genuss der Parkanlage kam aber nie zu kurz. Und obwohl es, bedingt durch die Anlage, immer kräftig auf und ab ging - der Höhenunterschied soll 100 Meter betragen - gefühlt bei Hitze waren es sicher mehr - kam nie Überdruss auf.
 
Der Blumen"Wasserfall" stürzt herab.




Der Trauttmansdörffer Garten gehört mittlerweile zu den beliebtesten Ausflugszielen Südtirols. Das Schöne daran ist: Man kann ihn auf verschiedene Weise genießen. Man kann durch die Blüten- und Pflanzenpracht bummeln, man kann aber auch eine gestandene Wanderung aus seinem Besuch machen - immerhin ist das Wegenetz 7 Kilometer lang und ein Höhenunterschied von rund 100 Metern zu verzeichnen. Ein Aufstieg lohnt sich vor allem zu den beiden Aussichtskanzeln, darunter der von Matteo Thun konzipierte „Guck“.
 


Unser Rundgang begann mit einem Bereich durch den asiatischen Raum, wobei gesagt werden muss, dass bewusst immer Gegenden gezeigt werden, die aus Vergleichsgründen auf demselben Breitengrad wie Meran liegen, der uns eine vorwiegend grünes, stilles Naturerlebnis bot. Nicht ohne Grund: „Die Leute sollen von der Hektik des Alltags runterkommen“, wie uns Dr. Platter später sagte. Nach dem anschließenden Farntal folgte ein farbenprächtig angelegtes Mohnfeld, ein schöner Gegensatz. Weitere Landschaftsteile sind unter anderem der Palmenwald und der Rosengarten.



Insgesamt sind es über achtzig Gartenlandschaften auf einer Fläche von zwölf Hektar auf denen Natur- wie Kulturlandschaften aus aller Welt gezeigt werden. Immer wieder hat man herrliche Ausblicke auf die - in unserem Fall schneebedeckte -Texelgruppe und das Schloss selbst.



Ständig hat man einen herrlichen Ausblick auf die Landschaft und die Bergwelt. Man sieht nach Algund und zum Partschinser Wasserfall, ins Meraner Becken, ins Burggrafenamt sowieso, und alles ist begrenzt von den Bergriesen der bis zu 3000 Meter hohen Texelgruppe. Das Schönste aber sind sicher immer die Blicke auf die Parkanlage und das Schloss von den verschiedenen Blickwinkeln.

Kaiserin Sisi auf der Sisiterrasse

Der "Guck" von Matteo Thun

Vier Themenbereiche zeigen Miniaturwälder aus Amerika und Asien, herrliche Landschaftsbilder zeigen die dem Mittelmeerraum gewidmeten sonnenüberflutete Bereiche, es gibt Wasser- und Terrassengärten, Gartenbereiche mit südtiroler Flora, Themenbereiche, in denen man allerlei Lehrhaftes erfährt - in diesem Zusammenhang seien nur die geologische Erlebnisstation mit Originalsteinen aus den verschiedenen Bereichen Südtirols oder das Bienenhaus mit einem Blick in einen realen Bienenstaat erwähnt. Zehn Künstlerpavillons sorgen dafür, dass unter so viel Natur auch die Kunst nicht zu kurz kommt.


Müßig wäre es, die einzelnen Bereiche nun trocken aufzuzählen. Man muss sie erlebt haben. Nur stichwortartig: Es gibt einen Kakteenbereich, Ecken, die bewusst Südtiroler Landschaften angeglichen sind, Weinhänge, Olivenhaine - unter anderem mit einem 700 Jahre alten Olivenbaum, der aus Sardinien hierher verpflanzt wurde, ein Reisfeld, japanische Gartenanlagen, Magerbereiche, Macchia, einen Kakteengarten, einen Rosenbereich, eine Aussichtplattform mit Papageienvoliere, einen von dem berühmten Architekten Matteo Thun gestalteten Guck (Achtung: Nur für Schwindelfreie!!!), einen Gang in die Unterwelt, von dem das besondere Erlebnis hier nicht verraten werden soll, und noch vieles mehr.

 


Vom Palmenstrand mit seinem schneeweißen Sand hat man einen für Südtirol typischen Blick: über die Weinberge und Obstplantagen, Kirchen, die Stadt und einzelnen Höfen hinüber zu den Riesen der Texelgruppe. Von hier aus gelangt man auch zu einem der beiden wagemutig in die Luft gebauten Aussichtsterrassen, hier sogar mit einer Vogelvoliere mit Papageien.



Auch Wein ist ein großes Thema in den Gärten. Man findet für Südtirol typische Weinbergterrassen und verschiedene Weinsorten, die hier wachsen. Von den hiesigen Gärtnern wir auch die größte und wohl älteste Rebe der Welt betreut.

Als Sonderausstellung kann man in einer 200 Meter langen Höhle sehen, was sich in der Natur unter der Erde abspielt. Um alles beschreiben zu können reicht der Platz nicht. Es bringt auch nichts, denn man muss es erlebt haben. Schauen Sie sich die Bilder an, lassen Sie sie auf sich wirken. So ist es wirklich. Fahren Sie hin!

 


Nicht unerwähnt bleiben sollen die Auszeichnungen des Gartens: Bereits 2005 (!)wurde er zum schönsten Garten Italiens gekürt und 2006 wurde er Europas Garten Nr. 6. Nicht üblich im Gartenschau- und Museumsbereich: Die Einrichtung trägt sich mit ihren Eintrittsgeldern selbst!

Hier ein Fazit unseres Besuches: Bitte unterschätzen Sie die Gärten von Schloss Trauttmansdorff nicht!!! Wenige eingeplanten Stunden sind zu wenig, ein halber Tag auch. planen Sie einen ganzen Tag ein, dann sind Sie auf der sicheren Seite. Es wäre jammerschade, wegen Zeitmangel durch diese außergewöhnliche, ja einzigartige Anlage durchrasen zu müssen. Zudem kann - ja sollte man - mit derselben Eintrittskarte das Touriseum besuchen. Ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Info:
Schloss Trauttmansdorff, St. Valentin-Str. 51a, I 39102 Meran, www.trauttmansdorff.it,Telefon 0039 0473 235730
Tourismusverein Algund, Hans-Gamper-Platz 3, I 39022 Algund, Telefon 0039 0473 448600, Fax 0039 0473 8917, www.algund.com, info@algund.com
Unterkunft:
Ruster Resort, Rosengartenstr. 1-3, I 39022 Algund, www.ruster.com, info@ruster.com,
Telefon 0039 0473 222303, Fax 0039 0473 443250

Karten:

1:25000 Kompass Karte 053 Meran
1:25000 Tappeiner Karte Algund und Umgebung


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