Donnerstag, 14. Juni 2018

Zeckenschutz beim Wandern und Radfahren, z.B. in der Schweiz

Zeckenschutz auf Reisen

Die Deutschen verbringen ihren Urlaub am liebsten in der Heimat. 
Bei der Reiseplanung auch an die Zeckenvorsorge denken. 
Bildquelle: Gorilla@AdobeStock
 

Warm, wärmer, Zeckenzeit. Mit einer Durchschnittstemperatur von 16 Grad im Mai war es so heiß wie zuletzt vor 130 Jahren. Auch im Juni verspricht das Thermometer sonnige Aussichten. Wenn da keine Urlaubsstimmung aufkommt!  
 Wo geht die Reise dieses Jahr hin? Egal, ob entspannter Heimaturlaub, aufregender Roadtrip durch das Baltikum oder Aktivurlaub beim Wandern in der Schweiz –, die Zeckenvorsorge gehört bei der Reiseplanung mitbedacht.


FSME-Risiko im Urlaub in der Heimat
Wo machen die Deutschen am liebsten Urlaub? Richtig, in der Bundesrepublik1. Ob Ostsee, Nordsee oder Bayerischer Wald – das eigene Land ist weiterhin das Lieblingsreiseziel der Deutschen. Um die schönste Zeit des Jahres unbeschwert genießen zu können, sollte vorausschauend geplant und auch an die Gesundheit gedacht werden – von der Reiseapotheke über möglicherweise erforderliche Reiseimpfungen bis hin zum Schutz vor Zecken. Die kleinen Parasiten können Krankheitserreger übertragen, darunter das FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis-)Virus und Borrelien. Das Risiko einer FSME-Infektion besteht vor allem in Süddeutschland, Sachsen, Südhessen und Thüringen. Zudem gibt es einzelne FSME-Risikogebiete in Mittelhessen, im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Aber auch außerhalb von FSME-Risikogebieten können Zecken das FSME-Virus aufweisen und bei einem Stich auf den Menschen übertragen.

Reisen in Europa: Wo gibt es Zecken und wie schütze ich mich?
Zecken gibt es nicht nur in Deutschland. Das FSME-Virus, das unter anderem zu dauerhaften Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen oder Atemschwäche führen kann, ist auch in Europa weit verbreitet. Zu den betroffenen Gebieten zählen Österreich, die Schweiz, osteuropäische Länder, darunter insbesondere das Baltikum, und Russland, sowie Südskandinavien. Auch im beliebten Reiseziel Kroatien können Zecken durchaus vorkommen. Neben der FSME-Impfung gibt es weitere Vorsorgemaßnahmen, die bei der Reiseplanung berücksichtigt werden sollten. In den Reisekoffer gehören: lange Hosen, Oberteile mit langen Ärmeln und festes Schuhwerk. Idealerweise die Hose in die Socken stecken, so wird Zecken eine möglichst kleine Angriffsfläche geboten. Antizeckensprays, sogenannte Repellents, bieten zusätzlich Schutz und sollten regelmäßig aufgetragen werden. Darüber hinaus sollte der Körper nach jedem Aufenthalt im Freien gründlich abgesucht werden.

FSME-Impfung: Ablauf und Kostenübernahme
Eine FSME-Impfung bekommt man in der Regel beim Hausarzt. Die komplette Serie besteht aus drei Impfungen. Nur so kann ein mehrjähriger Impfschutz gewährleistet werden. Idealerweise beginnt man mit der ersten Impfung bereits im Winter, da zu dieser Zeit die Zeckengefahr am geringsten ist und man so für das folgende Frühjahr vorsorgt. Urlauber, die erst kurz vor ihrer Abreise an eine Impfung denken, können auch noch kurzfristig innerhalb weniger Wochen durch eine Schnellimmunisierung einen Impfschutz aufbauen. Wer bereits gegen FSME geimpft ist, sollte seinen Impfstatus prüfen. Denn die FSME-Impfung muss in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden – hier kann der Arzt beraten. Personen, die in FSME-Risikogebieten wohnen oder dort Aufenthalte und Reisen planen, haben einen Anspruch auf eine Impfung gegen FSME gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse. Hier empfiehlt es sich, bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen. Das Centrum für Reisemedizin verweist auf eine Liste mit Institutionen und den Kosten für die Reiseschutzimpfungen, die übernommen werden.

Quelle

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Dienstag, 12. Juni 2018

Baden-Württembergs außergewöhnlichste Genussorte

SCHLAFEN IM KNAST UND SCHLEMMEN IM TRESOR


Foto: © Hotel Liberty

Träumen im ehemaligen Gefängnis, Trinken im Banktresor oder Genießen zwischen Achterbahnen: In Baden-Württemberg überrascht so mancher gastronomische Betrieb mit einer originellen Location.

Wir stellen sieben genussvolle Orte vor, an denen nicht nur die kulinarischen Spezialitäten Gäste zum Staunen bringen.

Mehr als Wasser und Brot: Schlemmen im ehemaligen Knast
Dicke Mauern, Zellentüren und Gitter vor einzelnen Fenstern lassen es erahnen: Das fast 200 Jahre alte Backsteingebäude in Offenburg erfüllte ursprünglich andere Funktionen. Von 1845 bis 2009 wurden hier politisch Verfolgte, Widerstandskämpfer und Kriminelle eingesperrt. Doch Pritschen, enge Zellen und Häftlinge sucht man mittlerweile vergebens. Mit hochwertiger Ausstattung und einem modernen Glaskubus wurde aus der bedrückenden Gefängnisatmosphäre ein Wohlfühltempel für Genießer. Das Designhotel Liberty verfügt über 38 Zimmer und Suiten. Im Restaurant sorgt Star-Koch Jeremy Biasiol dafür, dass nicht nur Wasser und Brot, sondern regionale und saisonale Spezialitäten direkt vom Grill auf den Tisch kommen. www.hotel-liberty.de
 
Genießen zwischen Achterbahnen: Sterne-Restaurant im Freizeitpark
Nach dem Adrenalinkick in der Achterbahn weiter zur Wildwasserbahn und dann rein in die Erlebniswelt. Zwischendurch vielleicht noch schnell ein paar Pommes und Burger verdrücken. So stellt man sich einen klassischen Tag im Freizeitpark vor. Nicht so im Europa-Park Rust, dem weltweit einzigen Freizeitpark mit 2-Sterne-Restaurant. Im „Ammolite – The Lighthouse Restaurant“ wird Kulinarik auf höchstem Niveau geboten. Küchenchef Peter Hagen-Wiest präsentiert bodenständige Küche mit kreativer Raffinesse. Und auch rein äußerlich ist das Restaurant eine Besonderheit: Es befindet sich im Leuchtturm des 4-Sterne-Superior Hotels „Bell Rock“. www.ammolite-restaurant.de

Dinieren unterm Schlot: Kochkunst im Industriedenkmal
Einst wäre ein gemütlicher Abend im Karlsruher Kesselhaus undenkbar gewesen. Ein Heizkessel versorgte hier die alte Fabrikanlage mit Strom und produzierte Qualm und Ruß. Heute ist das anders: 2009 wurde das Kesselhaus renoviert und für die Nutzung als Restaurant umgebaut. An die Zeit als Fabrikgebäude erinnern nur noch die Stahlkonstruktion und die Türen des denkmalgeschützten Gebäudes. Dafür laden nun zwei gastronomische Bereiche zum genussvollen Verweilen ein. Das Kesselhaus Bistro bietet im warmen Backsteinambiente gehobene, moderne Küche für jeden Tag. Und im Gourmetrestaurant „Le Salon“ darf man sich auf geschmackliche Überraschungen von Sternekoch Sven Hemmann freuen. www.kesselhaus-ka.de
 
Einkaufen wie vor hundert Jahren: Leckereien in der Markthalle
Wer wünscht sich nicht, durch die Zeit reisen zu können, einmal zu speisen und einzukaufen wie vor über 100 Jahren? In der Stuttgarter Markthalle bleibt das kein Traum. Im Jahr 1914 eingeweiht, bieten die vielen kleinen Stände heute Köstlichkeiten aus der Region, aber auch internationale Feinkost an. Mittlerweile wurde das gastronomische Angebot durch drei Restaurants ergänzt. So kann man etwa im Restaurant Empore das geschäftige Treiben der Markthalle von oben verfolgen. Auch das Gebäude hat sich kaum verändert. Die Fassade des denkmalgeschützten Jugendstilbaus erinnert an die Zeit seiner Erbauung. Und wer genauer hinschaut, entdeckt im Inneren noch die Schienen, die damals an den städtischen Schienengüterverkehr angeschlossen waren und zum Transport der Waren genutzt wurden. www.markthalle-stuttgart.de
 
Wein mit Weitblick: Weinprobe im Heißluftballon
Ein Glas Wein in luftiger Höhe genießen, das geht nicht nur in den Steillagen Baden-Württembergs oder auf dem Stuttgarter Fernsehturm. Noch höher hinaus kommt man bei einer Ballonfahrt mit Weinverkostung im Lembergerland rund um Rosswag. Im Heißluftballon fährt man über die einzigartigen Landschaften und steilen Terrassenweinberge entlang des Flüsschens Enz und genießt eine atemberaubende Fernsicht. Hier kann man sich bei dem einen oder anderen Glas Wein einfach treiben lassen. Am Landeplatz angekommen, wird der rote Teppich ausgerollt und die Fahrt klingt mit Ballontaufe und Vesper aus. www.lembergerland-shop.de/kellerei/veranstaltungen/ballon249.html
 
Höchste Sicherheitsstufe: Trinken im Tresor
Nichts als ein dezentes Klingelschild weist auf die Bar im Untergrund des Stuttgarter Hospitalviertels hin. Nach dem Einlass gelangt man über einen Fahrstuhl in den Keller und tritt durch eine tonnenschwere Tür in eine andere Welt. „Jigger & Spoon“ ist eine Bar mit einem Hauch von Exklusivität. Es gibt mehrere abtrennbare Bereiche und eine Zigarren-Lounge. Aber noch etwas macht sie zu einem geheimnisvollen Ort: Die Räume dienten früher einer Bank als Tresorraum – mit achtzig Zentimeter dicken Wänden. Willkommen ist jeder, der hochwertige Drinks und ein geselliges Miteinander schätzt. Aushängeschilder der Bar sind die überregional bekannten Barmeister Eric Bergmann und Uwe Heine, die ihren Gästen erstklassige Spirituosen, hand-crafted Cocktails und edle Weine anbieten. www.jiggerandspoon.de
 
Vom stillen Örtchen zur Szenekneipe: Palast der Republik
Menschen stehen beieinander, sitzen auf Bänken und dem Fußboden, lassen den Tag Revue passieren; es herrscht eine entspannte Stimmung – und das alles rund um ein Stuttgarter Klohäuschen? 1926 wurde der Pavillon als einfache Überdachung der unterirdischen Toilettenanlage errichtet und von 1936 bis in die 80er Jahre als Zeitungskiosk genutzt. Nach einer kurzen Zeit als Imbissbude startete 1989 der Bierausschank unter dem Namen „Palast der Republik“. Schnell entwickelte sich das Häuschen in der Friedrichstraße zum Szenetreff für ein Feierabendbier und zum Dreh- und Angelpunkt des Stuttgarter Nachtlebens. An die alte Funktion der Mini-Kneipe erinnern nur noch Fotos und die Treppenstufen, die heute noch wie früher hinunter zu den Toiletten führen. www.stuttgart-tourist.de/a-palast-der-republik
 
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Sonntag, 10. Juni 2018

Liebliches Taubertal: Man sollte öfters hin

Sommerreise ins Liebliche Taubertal



Das Liebliche Taubertal ist ein Reiseziel, das eigentlich alljährlich für zumindest ein paar Tage auf der Agenda stehen sollte. In der Region zwischen Rothenburg ob der Tauber und Wertheim gibt es soviel zu entdecken, dass wohl viele Urlaube nicht ausreichen würden, dies alles zu genießen.

Apropos Genießen: Wie in jeder Gegend mit Weinbau spielt auch hier in der Gegend, in der man laufend zwischen Bayern, Baden und Württemberg hin und her wechselt, der kulinarische Genuss eine große Rolle. Man sollte sich also Zeit nehmen. Und um auch den Wein so richtig genießen zu können empfiehlt es sich, hier Quartier zu nehmen. Gemütliche Hotels gibt es zur Genüge. Ein paar davon sind nachfolgend beschrieben.

Rothenburg ob der Tauber
Untergebracht im Hotel Glocke am berühmten Plönlein, dem kleinen Häuschen, das von einem mit Masken verzierten Brunnen und einem dem alten Plönleinturm flankiert wird, genossen wir zum Auftakt einer Reise ins Liebliche Taubertal zuerst einmal einen Imbiss, der auf die nächsten Tage Tauberfranken und Liebliches Taubertal einstimmte.

Kreiert von der Vereinigung einiger tauberfränkischen Hotels unter dem Motto „Genießen ob der Tauber“ wurden wir mit einem Spargelsalat, einer fränkischen Bratwurst und einem Rehfilet verwöhnt, dazu eine frische Salatgarnitur und eine kleine Auswahl von drei Weinen aus den Weingütern des  Hausherrn.


Ein erster Stadtbummel durch folgte. Die Sonne strahlte mit dem Reisenden um die Wette und das Image, das Rothenburg zu Unrecht nachhängt, dass es hier zu voll, zu laut, zu turbulent wäre, entpuppte sich als das was es eigentlich ist: als eine Mär. Wenn man nicht gar zu empfindlich ist kann man sich die prächtigen Fachwerkgassen ungestört ansehen, findet als Fotograf auch immer einen Moment, an dem man die alten Häuser und ihre interessanten Details ungestört fotografieren kann. Städteurlaub also vom Feinsten.



Der Rest war der Geschichte der Juden in Rothenburg gewidmet. Aber das ist in einem anderen Beitrag nachzulesen.
 












Abends erwartete uns ein weiteres Essen der Spitzenklasse. Ein Lob dem Koch. Spargelsuppe, Rouladen mit Gemüse und einem Kartoffelbrei, vor dem man den Hut ziehen müsste und einer fränkischen Creme.




 Zwischenmahlzeit mit Weinprobe ...
 










Nächtliches Rothenburg: Mit dem Nachtwächter durch die alten Gassen



Den Abschluss des Tages bildete eine Tour mit dem Nachtwächter durch das nächtiche Rothenburg. Der man verstand seine Kunst, muss man da schon sagen. Zuerst stand aber ein Spaziergang durch die immer dunkler werdenden Gassen zum Marktplatz auf dem Programm. Interessant, die Schmalen Straßen, die alten Gebäude, die Auslagen in den Schaufenstern, die man noch vor wenigen Stunden im gleißenden Sonnenlicht gesehen hat, jetzt in der blauen Stunde zu begehen. Es ist nicht mehr so voll in den Gassen, man kann sich manches intensiver ansehen.
 


Und der Nachtwächter, gekleidet und bewaffnet in alter Manier, verstand seine Aufgabe, die Menschen zu unterhalten und ihnen von der schweren nächtlichen Arbeit und den Lebensumständen der einstigen Nachtwächter, ja der ganzen Stadtbevölkerung, in eindrucksvollen Worten zu erzählen. Die zunehmende Dunkelheit tat ein Übriges, um altdeutsches Feeling in einer der schönsten Städte des Landes aufkommen zu lassen.



Zur Nachahmung empfohlen!

Creglingen – Stadt der Gegensätze

Nächste Station der Reise durch das Taubertal war Creglingen. Eigentlich eine Stadt der Gegensätze. Gegensätze deshalb, weil es mit dem Jüdischen Museum Zeugnis über die Abgründe menschlichen Verhaltens zeigt. Aber das steht an anderer Stelle.







Und weil hier mit der Herrgottskirche ein Kunstschatz menschlichen Talents zu besichtigen ist, sicher auch des Glaubens, wie es seinesgleichen sucht. Die Rede ist von der Herrgottskirche vor den Toren der Stadt. In ihr findet man den berühmten Riemenschneideraltar, der vielleicht das reifste und bedeutendste Zeugnis dieses außergewöhnlichen Bildhauers ist.

Aber auch ein Bummel durch das alte Creglingen hat seinen Reiz. Schon allein wegen der alten türme, die teilweise eine neue Nutzung erfahren haben.

Stadtbummel durch Creglingen
Die Altstadt von Creglingen ist noch zu großen Teilen ummauert, auch drei Wehrtürme sind noch erhalten. Der Lindleinturm (14. Jh.) gehörte als Wehr- und Wachtturm zur Ummauerung. 1795 wurde ihm ein Fachwerkaufbau aufgesetzt, der zu Wohnzwecken diente. Er ist als Museum eingerichtet, in dem man einen Einblick in die Lebensweise der letzten Bewohnerin († 1995) bekommt. Weitere Türme sind der Faulturm und der Schlosserturm am Marktplatz. Die ev. Stadtkirche St. Petrus über dem Zentrum der Stadt ist eine spätromanische Chorturmkirche (um 1300). Beachten sollte man auch die zahlreichen Grabdenkmäler (16. Jh.). Daneben steht das Pfarrhaus, ein schönes Fachwerkhaus. Eine prächtige Fachwerkanlage ist das ausgedehnte Romschlössle (14. Jh.). In ihm wurde bei Bauarbeiten 1994 der folgende Abortspruch an der Wand gefunden: »Wer den Arsch wischt mit der Hand,/der streichs an’s Maul, und nicht an die Wandt./Und Wer Unvorsichtig scheist auff’s Sitz Breth,/der schlecks fein mit seiner Zung weg.« Auch das Apothekengebäude mit dem Erker in der Hauptstraße (16. Jh.) ist sehenswert.

Bad Mergentheim
Bad Mergentheim ist einer der Hauptorte des Lieblichen Taubertals. Über die alte Stadt des Deutschritterordens viele Worte zu verlieren ist fast unsinnig, es wäre entweder unvollständig oder ob der Fülle der Informationen schlicht unleserlich.



Trotzdem folgt unten eine kurze Beschreibung. Sie soll aber nur ein Versucherle sein, die Stadt tatsächlich einmal aufzusuchen. Optimalerweise schließt man sich einer Stadtführung an.

Wie haben einen Bummel durch den Kurpark gemacht, der mit seinem alten Baumbestand, dem sogar eine eigener Flyer gewidmet ist, eine Besonderheit ist. Sehenswert sind u.a. der japanische Garten und die Gradieranstalt, die es erst seit wenigen Jahren gibt. Erwähnen muss man noch die Konzerte, den Klanggarten und vor allem die Wasserspiele, in denen Springbrunnen zu Melodien tanzen, die von Klassik bis zu Pop reichen. Zudem findet man in der ausgedehnten Parkanlage sehenswerte Kunstwerke, als Dauerbestand und als begrenzte aktuelle Ausstellung.




 


Es geht an einem großen Brunnen vorbei, danach am Denkmal für den Schäfer Franz Gehrig, der die Heilquelle entdeckt hat. Immer geradeaus weitergehend kommen wir ans Parkende, wo die Straße (Erlenbachweg) quert. Vorher können wir links den Japangarten bewundern. 

Danach erwartete uns das Deutschordensmuseum im ehemaligen Schloss des Ordens: Als erste Sehenswürdigkeit bewunderten wir die berühmte Wendeltreppe aus Sandstein.

 

Danach spazierten wir durch die Räume, die uns tief in die Geschichte der deutschen Ritterorden einführten. Am beeindruckendsten waren sicher die großen Modelle der Ritterburgen, danach vielleicht die Zeugnisse, die dem Schwur der Mitglieder der Orden zu einem Leben in u.a. Armut Hohn sprachen. Prassende Fürsten waren sie, wie die anderen ihres Genres. Nicht schlechter vermutlich, aber sicher auch nicht besser.





 Und wenn du meinst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her ...

Bad Mergentheim besitzt derart viele Sehenswürdigkeiten dass sie hier nur kurz gestreift werden können. Man sollte sich Zeit nehmen und einfach einmal durch die verwinkelten Gassen des Zentrums bummeln. Die Stadt war früher wehrhaft ummauert und mit vielen Türmen versehen. Sie war eine beliebte Marktstadt und beherbergte oft Fürsten. Später drohte sie in die Bedeutungslosigkeit zu versinken, da entdeckte am 13. Oktober 1826 der Schäfer Franz Gehrig eine der lange verschütteten Heilquellen wieder und Mergentheim avancierte zur Badestadt. Kurgast war u. a. Eduard Mörike. Das Münster St. Johannes d. T. wurde vom Johanniterorden etwa 1270 bis 1290 erbaut. Im Langhaus sieht man ein Kreuzrippengewölbe von 1584, aus dieser Zeit stammen auch die Malereien im Gewölbe. Nördlich des Chores befindet sich die 1608 erbaute Eck’sche Kapelle mit dem Grabmal des Stifters. Die mit Fresken versehene spätgotische Annakapelle auf der Südseite stammt von etwa 1500. Beachten sollte man die fein gearbeitete Kanzel, die zahlreichen Schnitzarbeiten, die Epitaphien und die prächtige Rokokoorgel. Am Wandpfeiler des Westgiebels sieht man außen als Eichmaß die „Mergentheimer Elle“. Die klassizistischen Zwillingshäuser am Marktplatz (18. Jh.) sind durch einen Sandsteinbogen verbunden. Sie wurden anstelle von 4 kleineren Gebäuden errichtet. Südlich steht der Milchlingsbrunnen. Seine Statue stellt vielleicht den Hochmeister Wolfgang Schutzbar, genannt Milchling, dar. 

 

Die 1469 erbaute Engelapotheke diente ab 1537 dem Deutschen Orden als Hofapotheke und zählt zu den ältesten Apotheken Deutschlands. Im Erdgeschoss des Renaissance-Rathauses (1562-1564) befand sich einst eine Halle mit Läden, Brot- und Fleischbänken. Südlich steht der Marienbrunnen (19. Jh.). Das Obere Badehaus stammt von 1667. Das Kanzlerhaus wurde Ende des 16. Jh. als Haus des Ordenskanzlers Kirchheimer erbaut und besitzt innen ein prächtiges Renaissanceportal. Auch das rechts daneben stehende Haus besitzt ein beeindruckendes Portal. Dahinter steht die ab 1320 erbaute Marienkirche des Dominikanerklosters. Sie besitzt einen hellen gotischen Chor, sehenswert sind der Hochaltar mit dem Vesperbild, das Bronzeepitaph des Hochmeisters Walter von Cromberg († 1543) aus der Werkstatt Peter Vischers in Nürnberg und die zahlreichen Fresken (ab etwa 1300). Das Spital zum hl. Geist bestand ab Anfang des 13. Jh.; die heutige Form wurde 1772 geschaffen. Das Portal hinter dem Brunnen ist mit einem prächtigen Wappen des Hochmeisters Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg geschmückt. Die 1740/1741 erbaute und mit Stuckaturen ausgestattete Spitalkapelle St. Martin wurde unter Hochmeister Clemens August von Bayern im Stil des Rokoko ausgestattet. Außen befindet sich in einer Wandnische die Kopie einer Madonna von 1280. Das Deutschordensschloss geht auf eine romanische Wasserburg (12. Jh.) zurück. Hier residierte von 1527 bis 1809 der Hoch- und Deutschmeister des Ordens, 1827 bis 1860 Prinz Paul von Württemberg. Im inneren Schlosshof gibt es 2 Türme mit prächtigen Wendeltreppen. In der Anlage befinden sich auch die Schlosskirche mit der Ordensgruft und das Deutschordensmuseum. Man kann die fürstlichen Räume besichtigen, besonders schön ist der frühklassizistische Kapitelsaal von Franz Anton Bagnato. Die Schlosskirche wurde 1730 bis 1736 unter Beteiligung von Balthasar Neumann und François Cuvilliés errichtet. Sie ist u.a. mit schönem Stuck, Deckengemälden, einem zweisäuligen Hochaltar (1735) und einer Kanzel von 1734 geschmückt. Auch in ihr befinden sich zahlreiche Grabmäler der Hochmeister. Hinter der Anlage liegt der Kurpark, in dem man einen schönen alten Baumbestand, einen japanischen Garten, einen Klang- und einen Rosengarten findet.

Das Abendessen dieses Abends gab es im Hotel Edelfinger Hof. Schon wenn man die Speisekarte ansieht läuft einem das Wasser im Mund zusammen, und so soll es auch sein.







Tauberbischofsheim
Was sollte man in Tauberbischofsheim besichtigen? Nun, klar, Tauberbischofsheim. Die Stadt, den herrlichen Marktplatz mit den schönen Fachwerkhäusern, dem historistischen Rathaus, dem Weingärtnerhaus, das einem Frankfurter Haus nach gebaut wurde.




Die Liobakirche mit der benachbarten Kapelle mit der Gedächtniskapelle im Untergeschoss, die ein Gewölbe besitzt, das dem eines Palmenbaums ähnelt und es hier im Land nur noch im Weltkulturerbe Kloster Maulbronn gibt.



Alles recht und gut, wir aber stiegen zuerst auf den Türmersturm beim Tauberfränkischen Landschaftsmuseum im Kurmainzischen Schloss. Ein herrlicher Blick auf die Altstadt von Tauberbischofsheim war die Belohnung.


Danach führte uns der Weg zur Liobakirche, der beschriebenen Kapelle mit dem außergewöhnlichen Tympanon über dem Eingang und schließlich zum Marktplatz. Die Fachwerkbauten waren zu bewundern, dazu das herrliche Weinhändlerhaus. Außerdem das Rathaus, das im Stil des Historismus errichtet wurde und ein schönes Glockenspiel besitzt, das dreimal täglich gespielt wird.

Hier eine kurze Zusammenstellung des sehenswerten Tauberbischofsheim.

Das neugotische Rathaus der „Fechtstadt“ Tauberbischofsheim wurde 1865 erbaut. An der Fassade befindet sich ein Glockenspiel. Die Stadtwaage (1775) unter den Arkaden erinnert an frühere Märkte. An der Alten Post sieht man viele Fachwerkdetails; hier hat man 1602 durch Aufsetzung eines Giebels aus 2 kleinen Häusern ein großes Fachwerkhaus geschaffen. 





Auch die Stern-Apotheke und das de-la-Roche-Haus zeigen schönes Fachwerk. Sie wurden nach alten Bildern neu aufgebaut und besitzen interessante Fratzenköpfe an den Konsolen. Die Liobakirche auf der anderen Seite des Marktplatzes war einst die Klosterkirche des 1823 aufgelösten Franziskanerklosters. Das barocke Mackert-Haus wurde 1744 als Palais des Weinhändlers Bögner erbaut. Das Liebler-Haus, eines der schönsten Fachwerkhäuser der Stadt, ist mit Melusinen, Wasserjungfern und Wassermänner verziert. 







Idyllisch sind die Reste der Stadtmauer mit dem Hungerturm. Der Türmersturm des Kurmainzischen Schlosses (13.-15. Jh.) gilt als Wahrzeichen der Stadt. Die östliche davon stehenden Wirtschaftsgebäude (15./16. Jh.) gehörten zur einstigen Wasserburg. Heute sitzt hier das Tauberfränkische Landschaftsmuseum. Die Stadtkirche St. Martin (1910-1014) besitzt Schnitzarbeiten von Prof. Thomas Buscher und Kunstwerke aus den Vorgängerkirchen. Die älteste Kirche der Stadt ist die romanische Peterskapelle (um 1250), ein Kulturdenkmal von besonderer regionaler Bedeutung. Sehenswert sind auch die weiteren Fachwerkhäuser und Ackerbürgerhäuser; manche wurden, bedingt durch den Platzmangel wegen der Ummauerung, in eigenartige Formen errichtet.

Niklashausen
Nächste Station unserer Reise durch das Taubertal war Niklashausen. Eigentlich ein kleines, unbekannte Dorf, aber von wegen. Hier lebte und wirkte ein leider tragisch geendeter Mann mit Ideen, die man heute vielleicht kommunistisch nennen würde, und die ihn damals auch auf den Scheiterhaufen gebracht haben, die aber in kurzer Zeit Massen mobilisierten.

Ein früher Sozialreformer mit tragischem Ende – der Pfeiferhannes in Niklashausen
Ein Sozialrevolutionär, der es geschafft hat, in kürzester Zeit zehntausende der unteren Bevölkerungsschichten zu mobilisieren, war die berühmteste Person des kleinen Dorfes. Der aber doch vor der Übermacht der Herrschenden kapitulieren und für seine Ideen, sein Engagement und sein Wirken bitterlich büßen musste.





Hans Böhm (1458-1476), auch der Pfeifer von Niklashausen genannt, hat im 15. Jahrhundert als Kirchenkritiker und Sozialdenker eine Rolle gespielt, ist aber tragisch geendet. Er war als Viehhirte, Musikant und Prediger tätig und lockte im Jahr 1476 mit kirchenkritischen und sozialrevolutionären Reden Wallfahrer nach Niklashausen - er soll innerhalb eines Vierteljahres 70 000 Anhänger gewonnen haben! Er rief im Frühjahr die Menschen zur Wallfahrt nach Niklashausen auf und versprach Ablass. Zudem propagierte er die soziale Gleichheit der Menschen, Gemeineigentum und kündete ein Strafgericht über die Eitelkeit und Gier der Fürsten und der hohen Geistlichkeit an. Dies rief natürlich den Widerstand der von ihm Angeprangerten hervor. Nach einem Prozess wurde er bereits im Herbst in Würzburg verbrannt.

Das kleine Museum des Dorfes wird von der ehemaligen Ortsvorsteherin betreut. Es zeigt nicht nur Exponate zum Pfeiferhannes, sondern auch vom Leben im Dorf, zum ehemaligen Steinhauerhandwerk und zum jüdischen Leben in früheren Zeiten hier.





Sehenswert ist auch die Kirche, genannt der „kleine Dom vom Taubertal“. Mit ihrem Bau wurde zwar 1518 begonnen, sie wurde allerdings erst im 19. Jahrhundert fertig gestellt. Innen sieht man unter anderem sehenswerte Epitaphien.

Wertheim
Abschluss dieses Tages im Lieblichen Taubertal war ein Stadtbummel durch Wertheim mit einem Besuch des Grafschaftsmuseums.


In dem von der mächtigen Ruine überragten Wertheim bietet es sich an, einfach ziellos durch die Gassen zu bummeln und den malerischen „altdeutschen“ Eindruck des Städtchens auf sich wirken zu lassen. Wertheim besaß einst 18 Stadttore (13.-15. Jh.), von denen das zinnengekrönte Main- und das Zolltor sowie das Kittsteintor an der Tauber noch gut erhalten sind. Der 36 1/2 m hohe Spitze Turm stammt aus dem 13. Jh. Das als Wach- und Wartturm errichtete Gebäude wurde im 15. Jh. mit einem achteckigen Oberbau versehen. In ihm wurden auch „Trunkenbolde“ und „zänkische Weiber“ eingesperrt. Der lang gestreckte Marktplatz ist von prächtigen Fachwerkhäusern ab dem 16. Jh. umgeben. Nr. 6, fälschlicherweise „Zobel´sches Haus“ genannt, ist eines der ältesten und wohl schmalsten Häuser Frankens. Die gotische Stiftskirche wurde 1383/1384 aus einer romanischen Vorgängerkirche ausgebaut. Vor dem Hauptportal steht ein spätgotischer Baldachin. Etwas Besonderes ist die Turmuhr (1544): Das zur Burg weisende Ziffernblatt weist nur den Stundenzeiger auf, das zum Marktplatz besitzt einen zweiten Zeiger (1670). Innen sieht man die Grabmäler der Wertheimer Grafen (15.-18. Jh.). Gegenüber steht die spätgotische Kilianskapelle (ab 1472), wohl eine der schönsten gotischen Doppelkapellen Deutschlands. Ein Gang um das mit aufwändiger Maßwerkbrüstung und einem Wappenfries verzierte Obergeschoss zeigt den „Wertheimer Affen“, der als Symbol der Eitelkeit gilt. Sie wurde erst als Kapelle für die Stiftsherren erbaut und diente ab 1604 als Lateinschule. 
 


Am Engelsbrunnen (1574) tragen 2 Engel das Wappen der Grafschaft. Dabei sieht man Skulpturen von Schultheiß, Ratsherr, Stadtbaumeister, Künstler, die den zur Bauzeit bekannten Planeten und ihren Tierkreisbildern (Saturn, Jupiter, Mars, Venus und Hermes) zugeordnet sind. Sehenswert ist auch Gebäude Nr. 6, Gerbergasse, von 1583. Hier im sog. Malerwinkel wurde im 16. Jh. eine Synagoge erbaut. Der mit vielen Steinmetzzeichen und Hochwassermarken verzierte Baunachshof, Friedleinsgasse, ist nach dem Weinhändler Lorenz Baunach benannt. In der ehemaligen Fürstlichen Hofhaltung (bis 1781), Mühlenstraße, mit dem Weißen Turm der Stadtmauer befindet sich das Rathaus. Die Anlage ging aus dem mittelalterlichen Bronnbacher Klosterhof hervor und wurde im 17./18. Jh. als Hofhaltung des katholischen Fürstenhauses mit aufwändigem Barocksaal ausgebaut. Das Glasmuseum befindet sich im Kallenbach´schen Haus (1577) und einem benachbarten Fachwerkhaus. Besuchenswert ist außerdem das Grafschaftsmuseum, in dem man außer Sammlungen zur Stadt und der Grafschaft auch Bilder des norddeutschen Malers Otto Modersohn (1865-1943) und seiner Malerfreunde sehen kann.

Kloster Bronnbach
Nach einem wunderbaren Abendessen im Restaurant des Kosterhotels, das stilecht in der alten Orangerie untergebracht ist und nach dem Essen zum Relaxen und unterhalten im schönen Garten einlud folgte eine Nacht hinter Klostermauern. Erinnerungen an Paradoraufenthalte in Spanien kamen auf.





Der nächste Tag begann mit einer Besichtigung des Klosters. Kirrche und Klostergebäude standen auf dem Programm. Dass Bronnbach eine Zisterziensergründung aus Maulbronn war war ja schon am Dachreiter zu erkennen.

Die sehr sachkundige Führerin lotste uns durch die Klosterräume, den herrlichen Kreuzgang und wusste auch über die Feinheiten der Kirche viel zu erzählen.






Kloster Bronnbach entstand ab Mitte des 12. Jahrhunderts, als verschiedene Adelige das »castrum Brunnebach« dem Zisterzienserorden übergaben um ein Kloster zu gründen. Einige Jahre später schenkte Erzbischof Arnold von Mainz dem Kloster den im wasserreicheren Talgrund der Tauber gelegenen Weiler »Brunnenbach«. Als Mutterkloster wurde Maulbronn bestimmt, obwohl dieses Kloster keine Mönche zur Besiedlung entsenden konnte; ab 1573, aufgrund der politischen und konfessionellen Entwicklung, die Zisterzienserabtei Ebrach. 






Die Anlage ist heute durch die Straße in zwei Teile gespalten: In Taubernähe liegt der Wirtschaftsbereich mit Mühle, Viehställen und Scheunen, etwas höher das Klosterareal mit der 1222 fertig gestellten Kirche und den angebauten Klausurgebäuden wie Sakristei, Kapitelsaal und Parlatorium. 






Der Kreuzgang entstand im 13./14. Jahrhundert. Weitere Gebäude des Klosters waren eine Kirche für die Bevölkerung, das Abtsgebäude, Gästehaus, Krankenhaus, Mühle, Bäckerei, Schreinerei, Brauerei, Viehställe und Lagerräume. Im Barock (17. Jh.) fand ein umfangreicher Um- und Neubau der Anlage statt (Konventbau, Krankengebäude, Refektorium, Festsaal, Gasthaus und die parallel zur Taubertalstraße liegenden Gebäude). 






Der Festsaal mit dazugehörigem Saalgarten, den Gartenhäuschen und der Abteigarten mit der prachtvollen Orangerie, auf deren Stirnseite allegorische Darstellungen der Jahreszeiten und Kontinente gemalt wurden, dienten zur Repräsentation. 1803 wurde das Kloster säkularisiert und gelangte an das Fürstenhaus Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Um 1855 wurde Bronnbach Residenz, denn der aus Portugal vertriebene König Don Miguel de Braganza, der mit einer Rosenbergischen Fürstentochter verheiratet war, hatte mit seiner Familie hier bei seinen Schwiegereltern Zuflucht gefunden. 






Die Kirche besitzt eine sehenswerte Einrichtung mit zahlreichen Altären, der Kanzel, dem Gestühl und vielen Grabdenkmälern aus der Zeit zwischen Gotik und Rokoko. Die Anlage ist von April bis Oktober täglich, von November bis März auf Anfrage geöffnet.

Külsheim
Danach führte uns eine Fahrt in wenigen Minuten hinauf nach Külsheim, die Stadt der 18 Brunnen.



Das 1144 erstmals genannte Külsheim hat eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten aufzuweisen. Das Schloss ging aus einer mittelalterlichen Burg hervor und wurde vermutlich ab etwa 1000 errichtet. 1842 kam es in den Besitz der Stadt, die erst den Turm abreißen lassen und mit seinen Steinen Häuser erbauen wollte. Da dies jedoch nur durch eine Sprengung hätte geschehen können ließ man es bleiben. Die Kirche wurde 1954 neu erbaut, besitzt aber noch alte Einrichtungsgegenstände wie eine Kreuzigungsgruppe von etwa 1470 und eine Rokokokanzel (um 1780). Das spätgotische Alte Rathaus mit seinem schönen Fachwerk geht auf das Jahr 1522 zurück. In ihm befindet sich das Museum Fränkische Höhe. 

 

Das Templerhaus besitzt starke Bruchsteinmauern aus dem 14. Jahrhundert. Es ist verputzt, seine Fenstergewände sind aber überwiegend aus rotem Sandstein gearbeitet. Vermutlich diente es einst als Torwächterhaus. Die gotische Stifterkapelle/Katharinenkapelle wurde zwischen 1439 und 1444 auf Veranlassung von Georg Birser, Domherr zu Regensburg und Kanzler des Wittelsbacher Herzogs Heinrich des Reichen, erbaut. Sie ist mit prächtigen Fresken verziert, der Altarschrein zeigt die hl. drei Könige. Im und um den Ort sieht man über 180 Bildstöcke und Flurdenkmale, eines der schönsten Beispiele der Frömmigkeit ist die rebenumrankte Mariensäule von 1739 gegenüber der Katharinenkapelle. Sie gilt mit ihren acht Metern Höhe als größter Bildstock in Franken und wurde vielleicht von der Bildhauerfamilie van der Auvera aus Würzburg geschaffen. Zu sehen ist noch ein Teil der Stadtmauer, und 18 Brunnen zeigen, warum Külsheim als »Brunnenstadt« bekannt ist.


Im Lieblichen Taubertal gab es früher auch ein reichhaltiges jüdisches Leben, waren hier in Nordbaden die Juden doch zahlreicher vertreten als in Württemberg. Hier finden Sie einen Artikel darüber.



Infos:
Rothenburg ob der Tauber
Hotel Glocke, Am Plönlein 1, 91541 Rothenburg o.d.T., www.glocke-rothenburg.de
Liebliches Taubertal, Telefon 09341 825806, www.liebliches-taubertal.de, touristik@liebliches-taubertal.de
Rothenburg Touristik Service, Telefon 09861 404-800, www.rothenburg.de/tourismus,

Creglingen
Herrgottskirche, www.herrgottskirche.de, Tel. (0 79 33) 3 38.
Fingerhutmuseum, www.fingerhutmuseum.de, Tel. (0 79 33) 3 70
Jüdisches Museum, www.juedisches-museum-creglingen.de, Tel. (0 79 33) 7 01-0
Lindleinturmmuseum, www.creglingen.de, Tel. (0 79 33) 6 31
Kulturlandschaftspfad, www.creglingen.de, Tel. (0 79 33) 6 31.
Freizeit-und Erholungsgebiet Münsterseen, www.muensterseen.de

Bad Mergentheim
Hotel Edelfinger Hof, Telefon 07931 958-0, www.edelfinger-hof.de

Tauberbischofsheim
Tourist-Information, Telefon 09341 80313

Wertheim

Burg Wertheim:

Weitere Sehenswürdigkeiten in Wertheim:


Kloster Bronnbach

Külsheim

Literatur:
Wanderführer
Dieter Buck: Genießertouren. Ins liebliche Taubertal. Silberburg-Verlag. Tübingen.
Radführer
Dieter Buck: Genießertouren. Radeln im Lieblichen Taubertal. Silberburg-Verlag, Tübingen.

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