Sonntag, 6. Januar 2013

Algund 11 - Weinprobe


Haben Sie Traubensaft???
Weinprobe in Algund


Ohne Flax, das war die Frage eines Passanten in der Vinothek Vinum Bonum im Zentrum von Algund, als wir bei einer Weinprobe mit dem Inhaber Alfred Wolfram Hilbring zusammensaßen. Klar war die Antwort: „Ja, aber vergoren“.

Hilbring ist witzigerweise ein baden-württembergischer Landsmann. Da er aus einer der Ecken mit den besten Weinen des Landes kommt, ist er prädestiniert für diesen Beruf! Er führt die besten Weine der namhaftesten Kellereien Südtirols. Auch hervorragende Weine der klassischen Anbaugebiete aus der übrigen Welt findet man hier. Das Spezialgebiet sind aber Spitzenweine italienischer Produktion, Fruchtdestillate und internationale Spirituosen.
Auch ausgesuchte Olivenöle, Balsamessig und italienische Feinkostspezialitäten, Weinaccessoires, Wein-Fachliteratur und edle Gläser können hier erworben werden. 

Spaß beiseite, aber ohne Ernst: Alfred Wolfram Hilbring führte mit uns eine Weinprobe der gehobenen Art durch. Die Vinothek bot auch optisch schöne Eindrücke: Ringsum Regale mit Flaschen der feineren Art, Gläser und Accessoires zum Weingenuss. Hilbring, ein Fast-Landsmann aus Baden, kannte sich bestens mit Weinen aus der Region aus. Keine Frage lief ins Leere, alles und noch mehr wusste er zu beantworten.


Weißweine - gerade recht an diesem Abend
Die„Probiererei“ begannen wir mit einem Terlaner Weißburgunder DOC der Kellerei Terlan. Dazu muss man sagen, dass es für uns zu diesem Zeitpunkt eigentlich ungünstig für eine Weinprobe war: Wir kamen erhitzt, durstig und hungrig von den Gärten von Schloss Trauttmansdorff - und da hätte jeder Wein geschmeckt. Trotzdem, dieser Terlan, frisch und spritzig, wäre auch unter anderen Umständen ein Genuss gewesen. Wir, ohnehin passionierte Weißweintrinker und „geprüfte“ Rieslingfans, sind für weine dieser Art ja immer empfänglich. Der hellgelbe, harmonisch schmeckende Weißburgunder besitzt einen Alkoholgehalt von 13 %, wächst zwischen 300 und 600 m NN auf leicht erwärmbaren Porphyrverwitterungsböden und gärt in Edelstahltanks. Dass er nach reifen Äpfeln und Birnen duftet, war nicht zu „überriechen“. 


Auch der nächste Wein war ein gut gekühlter Weißwein, ein Sauvignon 2010 DOC Selektion der Kellerei Meran Burggräfler, Linie Graf von Meran. Angebaut wird er in den Weinbergen von Meran, Algund, Marling, Tscherms, Lana und Tirol in Höhenlagen zwischen 450 und 5e50 m NN auf gut angewachsenen Reben im Alter zwischen 10 und 20 Jahren. Auch er schillert in einem erfrischenden gelb-grün im Glas. Er besitzt einen Alkoholgehalt von 13,5 % und riecht man, findet der Kenner mit der feinen Nase Anklänge an Vanille, Kräuter, Holunder - passend zur Jahreszeit - und Paprika. Er hinterließ einen vollen Geschmack, war kräftig mit ausgeprägter Säure und anhaltend im Abgang.

Als Abschluss der Weißweine bot uns Hilbring einen Gewürztraminer Südtirol DOC der Kellerei Tramin aus dem Jahrgang 2010. Stammend aus der Heimat der Traminer, seine Reben wuchsen in Tramin und Montan auf Höhen zwischen 300 und 450 m NN, konnte er ja nur hervorragend sein. Seinen Geschmack erhielt er durch das submediterrane Klima mit den starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Die Böden werden als kalkreich, lehmig bis schotterlehmig klassifiziert. Der Wein besitzt eine goldgelbe Farbe, die ihn gut von den beiden ersteren unterscheidet, ist aromatisch und körperreich. Das Aroma des immerhin mit 13,9 % Alkoholgehalt stärksten Wein dieser Weißweinserie wurde von Hilbring als nach Rosenblättern, Zimt und Nelken duftend beschrieben- bis auf die Rosenblätter hätten wir es selbst so genannt.
Rotweine, gelungener Abschluss
Mit einem Kalkofen des Jahrgangs 2010, einem Vernatsch der Kellerei Baron di Pauli, begannen wir die Serie der Rotweine. Der Jahrgang ist trotz einem sehr wechselhaften Witterungsverlauf bekannt für seine qualitätsvollen Weine. Der Wein wurde von den ältesten Reben des Weinbergs gekeltert und von Hand selektiert. Die Gärung erfolgte im Holzkessel; der Wie reifte dann acht Monate im Tonneaux bevor er abgefüllt wurde. Die Reben wuchsen auf einer Höhe von 250 bis 390 m NN auf einer Kanzel im Bereich Arzenhof, einem nach Südosten geneigten Moränenschuttkegel aus Kalkschotter, Porphyr und Quarzsand mit Lehm - welcher für den Körper des Weines verantwortlich zeichnete. Sein Alkoholgehalt beträgt 13 %.



Dieses Erlebnis erfuhr eine Steigerung durch einen Blauburgunder (Pinot Nero) „Turmhof“ der Kellerei Tiefenbrunner/Schlosskellerei Turmhof aus dem Jahr 2010. Schön schillerte er im Glas: rubinrot mit granatrotem Schimmer, sein Bukett wird als dezent nach Brombeeren und Kirschen duftend bezeichnet. Er wuchs in Hanglagen bei Graun bei Kurtatsch in einer Höhe von immerhin 800 bis 850 m NN auf Kalkschotterböden aus Moränenablagerungen und bei Montan (450-550 m NN) auf lehmhaltigen Böden aus Moränenablagerungen. Sein Alkoholgehalt betrug 13,5 %. 
Als nächstes wurde uns ein Lagrein der Kellerei Schmid Oberrautner aus Gries, Jahrgang 2009, geboten. Er stammt aus der Weinlinie „Villa Schmid“, die einer strengen Selektion unterliegt; die Trauben werden von Hand gelesen, in Holzfässern vergoren und reifen zu 20 % in Barriquefässern aus Amerika. Angebaut wird er in Gries bei Bozen. Seine Farbe ist granatrot, sein Bukett erinnert an leichte Röstaromen. 

Der krönende Abschluss war ein Cuvee, ein Cassiano des Weingutes Manicor aus Kaltern. Er war aus 50 % Merlot, 30 % Cabernet Franc und je 5 % Cabernet Sauvignon, Petit Verdot, Tempranillo und Syrah zusammengesetzt, eine bunte Mischung, die aber hervorragend harmonierte. Die Weine wuchsen in den berühmten Kalterner Weinlagen Höhen zwischen 250 bis 280 m NN auf sandigen Lehmböden, die von Kalkschotter und anderen Ablagerungen von Gletschergestein durchzogen sind. Jede Charge des Weines wurde gesondert gekeltert, die Maische im Holzbottich gegärt. Danach wurde der Wein 18 Monate im Barrique ausgebaut, wobei ein Drittel der Fässer neu war. Der Gesamtertrag dieses Weines mit seinen 13 % Alkohol betrug 17000 Flaschen. Die Farbe erinnert an ein leuchtendes, intensives Kirschrot, auch der Geschmack erinnert an reife Kirschen, Lakritze und Wildkräuter. 


Und wie sagte unser "Probiermeister" Hilbring: „Dieser Wein ist viel zu schade zum Wegschütten, den müssen Sie austrinken“ - es fiel schwer zu dieser Zeit, aber „zum Wohl“.

Info:
Vinum Bonum, Weinfachgeschäft und Vinothek, Alfred Wolfram Hilbring, Alte Landstraße 33, I 39022 Algund, Telefon 0039 0473 440050, Fax 0039 0473 200767,
info@vinumbonum-hilbring.it, www.vinumbonum-hilbring.it
Tourismusverein Algund, Hans-Gamper-Platz 3, I 39022 Algund, Telefon 0039 0473 448600, Fax 0039 0473 8917,
www.algund.com, info@algund.com

Unterkunft:
Ruster Resort, Rosengartenstr. 1-3, I 39022 Algund,
www.ruster.com, info@ruster.com,
Telefon 0039 0473 222303, Fax 0039 0473 443250

Karten:
1:25000 Kompass Karte 053 Meran
1:25000 Tappeiner Karte Algund und Umgebung


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