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Stabile Nachfrage mit
Wachstumstendenz
Gute Zahlen für
Tourismus in 2024, starke Saison 2025 erwartet: Positive Ausblicke und
ausverkaufte Hallen auf der Stuttgarter Urlaubsmesse
Das
Reisejahr 2025 beginnt mit guten Nachrichten für die Branche: „Der Tourismus
bleibt verlässlich”, versprach Prof. Dr. Martin Lohmann, Wissenschaftlicher
Berater der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), auf der
Eröffnungspressekonferenz der CMT 2025 in Stuttgart (18. bis 26. Januar).
Allgemein beobachte man konstante Reiseverhaltensmuster und eine steigende
Nachfrage.
Mit
rund 1,4 Milliarden internationalen Ankünften sowie fast 500 Millionen
Übernachtungen und einem Anteil ausländischer Gäste von 17 Prozent in
Deutschland habe man 2024 wieder „Vor-Corona-Niveau” erreicht. Dem „starken Reisejahr
2024” folge in der kommenden Saison nun ein „stabiles Nachfrage-Volumen mit
Wachstumstendenz”, Krisen, Kriegen und wirtschaftlicher Verunsicherung zum
Trotz. In der Prioritätenliste der Deutschen stehe das Reisen – nach der
Ernährung – an zweiter Stelle und sei somit „eine Konsumgewohnheit geworden,
auf die wir ungern verzichten”. Messe-Geschäftsführer Roland Bleinroth fasste
kurz zusammen: „Es läuft! Die Tourismuswelt ist in Ordnung, die Menschen
reisen.”
„Sensationelle Werte” bei der Reiselust
Die
FUR-Reiseanalyse ergab ein fast durchweg positives Gesamtbild: Von den
Befragten hatten sich im November 2024 bereits 82 Prozent konkrete Gedanken um
ihre 2025er-Reiseziele gemacht. Mehr als zwei Drittel gaben an, Zeit für die
geplanten Reisen zu haben, bei 59 Prozent stellte die Finanzierung kein Problem
dar. Insgesamt 76 Prozent äußerten feste oder unbedingte Reiseabsichten – ein
„sensationeller Wert”, befand Lohmann.
Multioptionale, anspruchsvolle Reisende
Im
vergangenen Jahr lagen die Deutschen mit 71 Millionen Urlaubsreisen – wovon 13
Prozent auf den baden-württembergischen Quellmarkt entfielen – wieder gleichauf
mit dem Rekordjahr 2019. Lediglich die Kurzreisen blieben noch etwas im Minus,
bildeten mit 81 Millionen jedoch allemal eine stattliche Säule im Reisemarkt.
Für 2025 erwarte man eine weitere Steigerung auf 72 Millionen Urlaubsreisen,
sagte Lohmann. Praktisch sämtliche Reisearten und -ziele verzeichneten ein
„breites Interesse”.
Gebucht werde wieder etwas früher, verstärkt bei
Veranstaltern und Reisebüros, die sich 2024 über ein Umsatzplus von satten 12
Prozent hätten freuen dürfen. Erholungs-, Strand- und Familienreisen stünden im
Fokus der Kundschaft, die in der kommenden Saison „gern ins Warme” reise und
neben Fernzielen auch das Mittelmeer im Auge behalte. Unabhängig von Ziel,
Buchungsart und Transportmittel würden Reisende immer anspruchsvoller: Mit der
zunehmenden Multioptionalität stiegen auch die Erwartungen an die
Reisequalität, etwa an das Wohnen im Urlaub.
Urlaub mit dem Reisemobil
Wer
sich am liebsten in den eigenen vier Wänden erholt, verreist mit Caravan oder
Wohnmobil. Nach dem – durch Corona befeuerten – Super-Boom habe sich inzwischen
eine „sehr verlässliche und stabile Gesamtsituation eingestellt”, berichtete
Ariane Finzel, Geschäftsführerin des Deutschen Caravaning Handels-Verbands
(DCHV). „Der Handel ist gut bevorratet und kann gute Angebote machen.
Im
vergangenen Jahr habe man „die dritthöchsten Zulassungszahlen der Geschichte”
registriert und stelle sich nun auf „eine weitere Professionalisierung der
Branche” ein, nicht zuletzt mit dem neuen Ausbildungsberuf zur Fachkraft
Caravan- und Reisemobiltechnik. Der im Rahmen der CMT-Pressekonferenz
vorgestellten Branchenstudie „Focus Caravaning” zufolge ist für die kommende
Saison bei Kauf und Miete von Freizeitmobilen gleichermaßen ein leichter
Aufwärtstrend zu erwarten, mit Interessenzuwächsen vor allem bei der jüngeren,
digital-affinen Zielgruppe.
Urlaubswetter, Klimawandel und Nachhaltigkeit
Ein
wichtiger Faktor für den Erfolg einer Urlaubsreise ist natürlich das Wetter.
Laut FUR-Studie herrschte im vergangenen Jahr eine überwiegende Zufriedenheit
mit dem Urlaubswetter: „Erwartete und erlebte Wettermerkmale passten im Großen
und Ganzen zusammen”, erklärte Martin Lohmann. Ungeachtet steigender
Temperaturen durch den Klimawandel wünschten sich nach wie vor 70 Prozent der
Befragten „häufig Sonne und blauen Himmel”, wenngleich „oft heiß” seltener
angegeben werde als noch vor 30 Jahren.
Die vor dem Hintergrund des
Klimawandels abgefragte Einstellung zu nachhaltigem Reisen sei allerdings
ernüchternd. Für 52 Prozent der Befragten spiele die ökologische Nachhaltigkeit
im Urlaub keine Rolle. Folglich sei das Marketing gefragt, „nachhaltige
Produkte an Menschen zu verkaufen, denen Nachhaltigkeit egal ist”. Immerhin
gebe es hier eine wachsende Zustimmung: Fast die Hälfte der Befragten
beschäftige sich mit Fragen der Nachhaltigkeit und versuche, diese zumindest
teilweise im Urlaubsverhalten umzusetzen.
Attraktive Messe-Partner: Indien und Chemnitz
Nachhaltigkeit
und Innovation sind zentrale Themen der Stuttgarter CMT, die in ihrer
diesjährigen Ausgabe erneut die aktuellen Reisetrends abbildet: In den restlos
ausverkauften Hallen präsentieren 1570 ausstellende Unternehmen ihre Produkte
und Dienstleistungen; erstmals sind mehr als 200 (201) Caravaning-Marken auf
der Messe vertreten. Unter den rund 1200 Freizeitfahrzeugen laden 100 Neuheiten
und Weltpremieren zur Besichtigung ein. Besonders freue ihn, dass man Indien
als Partnerland gewonnen habe, sagte Roland Bleinroth, „ein vielfältiges Land
mit einem vielseitigen Angebot für alle Interessen, von der Kultur über die
Landschaften bis hin zur Kochkunst”.
Ebenso
erfreulich sei, dass die Europäische Kulturhauptstadt 2025, Chemnitz, ihren
Jahresauftakt als Kulturpartnerin der CMT bestreite und sich dort gemeinsam mit
der Chemnitz Zwickau Region dem Publikum präsentiere. Abschließend verwies
Bleinroth auf zwei Programmneuheiten: den Future Tourism Congress, der
Einblicke in die neuesten Entwicklungen und Innovationen der Tourismusbranche
bieten werde, und den spannenden Sonderbereich „Selbstausbau” – ein „wichtiges
Ergänzungsthema, das hier nun eine Plattform findet”.
Urlaub mit dem Fahrrad: „Abstand vom Alltag”
Wie
gewohnt wird die CMT von ihren beliebten Tochtermessen „Fahrrad- &
Wanderreisen“ (18. – 20. Januar) sowie von „Golf- & Wellness-Reisen“ und
„Kreuzfahrt- & Schiffsreisen“ (jeweils 23. – 26. Januar) flankiert. Gerade
die Radreisen hätten in den vergangenen Jahren eine stete Aufwärtskurve
beschrieben, sowohl auf Angebots- als auch auf Nachfrageseite, meinte Kathleen
Lumma, Landesgeschäftsführerin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC)
Baden-Württemberg. Die Stuttgarter CMT sei durch die frühe Einbettung dieses
Segments mitverantwortlich dafür, dass aus dem einstigen Nischenthema
mittlerweile „ein Boom-Thema” geworden sei. Im Vordergrund stehe für viele
Radreisende dabei die Möglichkeit „zum Aktivsein in der Natur, der Abstand vom
Alltag”.
Die CMT 2025 auf einen Blick:
Die
CMT, die weltweit größte Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit, findet
vom 18. bis 26. Januar 2025 auf dem Stuttgarter Messegelände statt.
Sie ist täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet; Einlass ab 9 Uhr. Die
Urlaubsmesse wird von ihren Töchtern Fahrrad- und Wander-Reisen (18. bis 20.
Januar), Golf- und Wellness-Reisen sowie Kreuzfahrt- und Schiffs-Reisen (23.
bis 26. Januar) ergänzt. Ihre Premiere feiert die jüngste Tochter der CMT,
„Die Selbstausbau“, die am zweiten Wochenende (23. bis 26. Januar) stattfinden
wird.
Info:
https://www.messe-stuttgart.de/cmt/
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Dieter
Buck
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