Donnerstag, 12. Januar 2017

Albanien - das neue Urlaubsland und Partnerland auf der CMT

Reiseziel für „Pioniere und Trüffelschweine im Tourismus“

Interview mit Rezzo Schlauch, der seit 2015 Honorarkonsul für Albanien ist, über das diesjährige CMT-Partnerland

Rezzo Schlauch ist nach mehr als 25 Jahren als Politiker (Bündnis 90/Die Grünen) wieder als Rechtsanwalt tätig. Er war von 1998 bis 2002 Vorsitzender der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und von 2002 bis 2005 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit.

Er war damals außerdem Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung. Seit 2015 ist Schlauch Honorarkonsul für Albanien. Im Interview mit Axel Recht spricht er über das diesjährige Partnerland der Urlaubsmesse CMT.

Herr Schlauch, machen wir einen Zeitsprung in die 1970-er und 1980-er Jahre. Was fiel Ihnen damals spontan ein, wenn Sie das Wort „Albanien“ gehört haben?

Eine Diktatur der schlimmsten Sorte; das abgeschotteste Land von Europa, in dem Menschen wie in einem großen Gefängnis leben müssen.

Die Zeiten haben sich inzwischen geändert. Wie hat sich Ihre Beziehung zu dem Balkanstaat entwickelt?

Albanien ist eine Demokratie, ein offenes Land und Beitrittskandidat zur EU. Als ich das erste Mal auf dem Flughafen in Tirana einflog, begrüßte mich ein Spruchband: „Albania, the last secret of Europe“. Dies gilt für mich heute nicht mehr. Albanien ist ein spannendes Land, im Norden wild und unberührt, wie im Karl May Roman „Durch das Land der Skipetaren“ beschrieben, und im Süden mit einer der spektakulärsten und schönsten Küsten des gesamten Mittelmeers mit gastfreundlichen, aufgeschlossenen Menschen.

Seit Sommer 2015 sind Sie Honorarkonsul für Albanien. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen und was genau sind Ihre Pflichten und Aufgaben, die dieses Amt mit sich bringen?

Ich will dazu beitragen, dass sich deutsche Unternehmen in diesem Land, das wie kein anderes im Balkan seine Zukunft in Europa sieht, sich engagieren, und ich will erreichen, dass sich Menschen aus Deutschland für dieses Land interessieren, so dass sich ein nachhaltiger Tourismus entwickeln kann.

Wie oft sind Sie in Albanien gewesen und woran erinnern Sie sich besonders gern?

In den vergangenen Jahren etwa fünf bis sieben Mal pro Jahr. Ich erinnere mich gern an tolle Nächte in Tirana im sogenannten Bloko. Das war in der Diktatur der Stadtteil im Zentrum, der für die Bevölkerung verboten war, da dort die politische Nomenklatura wohnte. Und heute steppt dort der Bär in hippen Bars und Clubs und man kann die Speisen in hervorragenden Fischrestaurants genießen.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in Albanien und warum?

Das ist die antike griechische und römische Ruinenstadt Buthrint im Süden, ein UNESCO-Weltkulturerbe, die ein Ausmaß hat, wie man es Griechenland oder Italien nicht mehr findet.

Ein Insider-Tipp für alle, die noch nicht in Albanien waren?

Das muss jeder für sich selbst entdecken

Warum sollten die Deutschen, speziell die Baden-Württemberger, im Urlaub unbedingt nach Albanien fahren?

Albanien ist noch für die meisten zu Unrecht ein weißer Fleck auf der europäischen Landkarte. Die Baden-Württemberger waren schon immer die Pioniere und Trüffelschweine im Tourismus und sie werden nicht enttäuscht sein. Mediterranes Leben, gutes Essen in einfachen Restaurants, authentisch, noch kein organisierter Massentourismus, und um den Menschen dort beispielsweise im Tourismus berufliche Perspektiven zu eröffnen. Besuchen Sie jetzt das Land, bevor die TUI oder ähnliche Veranstalter da sind.

Was macht die Albaner besonders liebenswürdig?

Sie sind freundlich, sehr gastfreundlich, und das immer noch verbreitete Vorurteil, dass Albanien ein besonders unsicheres Land sei, ist ein Schmarrn. Tirana ist eine der sichersten Hauptstädte, die ich kenne, und Frauen werden NICHT angemacht.

Welche Marotte der Albaner regt Sie am meisten auf bzw. positiv formuliert, über welche können Sie sich nach wie vor amüsieren?

Die Albaner sind große Fußballfans. Neben ihrer eigenen Mannschaft teilen Sie sich in Brasilien- und Deutschland-Fans auf. Letztere übrigens in der Überzahl. Der Riss geht durch die Familien und einen Klassiker wie Deutschland gegen Brasilien in einer albanischen Kneipe anzuschauen, ist ein Erlebnis der besonderen Art.
 

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