Freitag, 8. Juli 2016

Idyllische Plätze

Bei Otto Wagner und Mary Isabel Portman zu Besuch



Herrschaftlich wohnen in einem Anwesen mit Geschichte? Die Idyllischen Plätze – eine Selection besonderer Hotels in alten Gemäuern – haben diesbezüglich einiges zu bieten. Hier sind drei echte Insider-Tipps.

1. „Das Kranzbach“ in Krün – einer der jüngsten Zugänge zu den „Idyllischen Plätzen“ – und eines der außergewöhnlichsten Hotels. Der typisch englische Landsitz im Arts and Crafts-Stil mit Treppengiebeln liegt nicht in Großbritannien, sondern in Oberbayern, nahe Garmisch Partenkirchen.

Die britische Adelige und virtuose Geigenspielerin Mary Isabel Portman hat sich 1915 auf einer hellen Bergwiese im romantischen Bergtal dieses äußerst großzügige „Country House“ errichten lassen: mit einem streng gegliederten burgartigen Haupthaus mit Treppengiebeln, Seitenflügeln und zwei Torhäusern. Heute ist es ein Hotel, das sowohl in Sachen Architektur als auch Lage unvergleichbar ist. In den vergangenen Jahren wurde das Ensemble um einen gelungenen neuen Gartenflügel mit viel Holz und Glas und ein eigenes Badehaus ergänzt. Rundum gibt es nichts als Natur – und die beeindruckende Bergkulisse des Zugspitzenmassivs. Drinnen wohnen die Gäste (ausschließlich ab zehn Jahren) „very british, in holzgetäfelten Salons mit barockem Interieur und können sich ihre Teatime am offenen Kamin servieren lassen.

2. Das Hotel Rosalpina in Palmschloss am Plose-Südhang bei Brixen wurde noch in der K.u.k. Monarchie als „Lungenheilanstalt“ von europäischem Format geplant. Die reine Gebirgsluft auf 1.770 Meter und die vielen Sonnenstunden auf der Alpensüdseite schienen dafür prädestiniert. Der renommierte Architekt Otto Wagner wurde 1917 mit dem Bau betraut.

Doch durch den Krieg und den Tod Wagners kamen die Arbeiten 1918 ins Stocken. Bis in die 1960er-Jahre diente das bereits entstandene, langgezogene Gebäude als Feriendomizil des päpstlichen Hilfswerks. 2009 erweckte es die Familie Hinteregger aus einem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf – beeindruckt von der Lage und der unvergleichlichen Architektur des mächtigen Ensembles – und machte es zu einem Naturhotel mit Wellness-Bereich. Wald, Wiesen und die allgegenwärtigen Dolomiten mit den Geisler-Spitzen rücken ins Blickfeld, egal, wohin man sich wendet. Drinnen warten viel Holz und charmante Details, kombiniert mit modernen Möbeln.

3. Das Hotel Drei Zinnen in Sexten in den Südtiroler Dolomiten ist ein weiterer Idyllischer Platz für Liebhaber von Architektur und Stil am Eingang zum Naturpark Drei Zinnen. Das 1930 vom Architekten Clemens Holzmeister entworfene Gesamtkunstwerk steht wie eine mächtige Burg am Hang und ist ein Hauptwerk der Tiroler Moderne. Es wird seit der Entstehung von ein und derselben Hoteliersfamilie geführt. Die klaren Linien, die großzügigen, hellen Räume, die Farben, die Einrichtung und die perfekt aufeinander abgestimmten Details stammen vom Künstler Rudolf Stolz und wurden bis heute beibehalten. Die gelungene Renovierung hat das Gesamtensemble keinesfalls gestört. Allerdings können Gäste dadurch auch einen Schuss Wellness genießen.

Weitere Informationen:
Idyllische Plätze
I-39040 Radein
Tel.: +39/0471/88 72 15
www.idyllicplaces.com


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