Sonntag, 5. Juni 2016

Liebliches Taubertal - Wertheim, Freudenberg und eine Edelbrennerei

Im Lieblichen Taubertal – eine Reise




Das ist es also, das Liebliche Taubertal – ein kleines, gemütliches Stadthotel, an einer kleinen Parkanlage gelegen, dahinter der Main mit seiner Schiffanlegestelle, die Ausflugsdampfer und Hotelschiffe, die halb Europa durchqueren in Reichweite, nicht weit davon die Mündung der Tauber in den Main – und auf der Rückseite des Hotels die bezaubernde Altstadt Wertheims.

Hotel Schwan heißt das Ganze. Und die Szenerie hätte von Tucholsky stammen können, der sich bekanntlich vor der Haustüre den Kuhdamm und hinter dem Haus Meer und Berge gewünscht hat. Oder so ähnlich zumindest. Aber man ist ja im Lieblichen Taubertal.





Das Liebliche Taubertal – alles was das Herz begehrt
Alles gibt es hier. Flüsse und Bäche, sehenswerte Städte und Dörfer, Fachwerk und Kirchen, Klöster, Burgen, Schlösser. Kulinarik sowieso. Wein zum Beispiel. Alle Spielarten davon. Alle hervorragend, nicht nur der Tauberschwarz, der den Namen ja bereits im Namen trägt. Oder Bier, 2016 besonders interessant im Jubiläumsjahr „500 Jahre Reinheitsgebot“. Aber davon später. Bildstöcke, Museen, Menschen, Wildparks und und und.



Die Relaxerei nach der Anfahrt sollte nicht zu lange anhalten, denn als erster Programmpunkt des gespickt vollen Taubertalaufenthalts stand eine Radtour auf dem Programm: Wertheim-Freudenberg. Mit 26 Kilometer ein Klacks eigentlich. Zudem hatte wohl eine freundliche Fee E-Bikes bereitgestellt. Damit rollte es fast von alleine. Man kann sie übrigens in der Tourist-Info Wertheim ausleihen. Beispielsweise, aber auch anderswo im Lieblichen Taubertal.







Mit dem E-Bike nach Freudenberg
Fast allerdings. Mit rund und gut 20 km/H Durchschnittsrollleistung wäre die Strecke in gut einer Stunde zu machen gewesen. Wären nicht die herrlichen Aussichten gewesen, die zum Gucken und Fotografieren lockten. Dazu eine Fähre, die von einem Schiffsführer gesteuert wurde, der sogar schon einmal Eingang in eine Fernsehsendung fand. 








Und weiter ging es leicht beschwingt tauberabwärts. Aber auch das bisschen, das es zwischendurch immer wieder mal aufwärtsging, merkte man in den Muskeln. Zumal am Schluss ein „Zacken“ zugelegt werden musste, denn man wurde erwartet. Aber schließlich, das habe ich noch gar nicht erwähnt, verlief die Fahrt auf einem Stück des Main-Tauber-Fränkischen Rad-Achters, der insgesamt rund 550 Kilometer lang ist. 2016 feiert er übrigens seinen 25jährigen Geburtstag!





Edle Brände, Whisky und Gin
Beginnen wir mit dem letzteren. Mit einem Gin-Mischgetränke, kühl und erfrischend, wurden wir in der Edelobstbrennerei Ziegler in Freudenberg erwartet. Danach erfuhren wir, die wir wohl alle von der Bedeutung dieses Freudenberger Leitbetriebes und kulinarischen Highlights nichts gewusst hatten, alles über die Herstellung von Obstbränden wie Williams, Wildkirsch, Zwetschge, Waldhimbeer, Gin und Whisky. 








800 Tonnen Früchte werden jedes Jahr verarbeitet! August Maier, seines Zeichens Destillateur, führte uns durch den Betrieb und erklärte mit viel Engagement nicht nur die Geschichte der Fa. Ziegler, sondern vor allem die Geheimnisse der Spirituosenherstellung. Das Wasser lief einem im Mund zusammen, was später bei einer kleinen Probe recht schade gewesen wäre, denn dann wäre der edle Williams, eines der Leitprodukte der Fa. Ziegler, mit Wasser gemischt worden. Wäre eine Sünde gewesen…











Zwischen Stadtmauer und Main
Ein schöner Tagesausklang muss sein. Und so ging es zur Stadtführung durch Freudenberg. Bei der Führung mit Caroline Becker, der Leiterin des Tourismusbüros blieb wohl keine Frage offen. 
 


Die Stadt ist zwar klein, aber mit Burg und geschichtlichem Hintergrund mit 2 Bistümern, Schifffahrtsgewerbe mit Kapitänen, Schiffsbesitzern und Matrosen, recht interessant. Es ging um Hochwasserschutz vor dem nicht immer friedlichen Main, um Häuser auf der Stadtmauer, um Denkmalschutz, den roten Sandstein, den Menschen hier, der einstigen Tabakproduktion – an zwei Trockenscheunen hatte bereits der Radweg vorbei geführt. Lobenswert sind die überall angebrachten Stelen mit Texten zur Stadtgeschichte, immer mit historischen Fotos aus der Sammlung Hoffman. 





Dass eine Schlafzimmermöbelfabrik die größte Firma Freudenbergs ist soll nicht unerwähnt bleiben, benötigt man einer das Bett gleich nach dem Schnaps, den man in Freudenbergs wohl zweitgrößten Firma, der Edelobstbrennerei Ziegler erwerben kann. Sogar ein Museum der Möbelfabrik gibt es.

Wertheim – Ausklang im Gasthaus zum Ochsen
Das Gasthaus Zum Ochsen hat ebenfalls eine reiche Geschickte aufzuweisen, unter anderem als ehemaliges Kino. Wichtiger ist aber, dass es sich heute als Gasthaus mit einer recht urtümlichen Einrichtung mit dunklen Stützbalken, etwas verschachtelt, aber vor allem einer hervorragenden Küche zeigte. Vom Schäufele bis zum Brauerei-Gulasch, von fränkischen bis zu Wertheimer Würsten mit Kraut, von Bier bis zu einer hervorragenden Weinauswahl war alles da, was man zum Ausklang eines solchen Tages brauchte.





Literatur zum Wandern, Reisen und Besichtigen:
Jeweils Silberburg-Verlag, Tübingen und Karlsruhe
Sie erhalten die Bücher im Buchhandel, beim Silberburg-Verlag und das Buch „Genießertouren im Lieblichen Taubertal“ auch vor Ort in den Tourismusbüros.

Info:
Tourismusgemeinschaft „Liebliches Taubertal“ e.V., Gartenstr. 1, 97941 Tauberbischofsheim, Tel. 09341/825806, www.liebliches-taubertal.de, touristik@liebliches.taubertal.de
Tourismus Wertheim, Gerergassse 16, 97877 wertheim, Tel. 09342/93509-0, www.tourismus-wertheim.de
Tourismusbüro Freudenberg, Hauptstr. 15, 97896 Freudenberg, Tel. 09375/9200-90, www.freudenberg-main.de
Hotel Schwan, Mainplatz 8, 97877 Wertheim, Tel. 09342 992330, www.hotel-schwan-wertheim.de
Gasthaus Zum Ochsen, 97877 Wertheim, Marktplatz 7, Tel. 09342 38880, www.zum-ochsen-wertheim.de


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