Sonntag, 5. Juni 2016

Liebliches Taubertal: Freudenberg und seine Burgruine

Freudenberg am Main
Schiffe und Schnaps
 
Freudenberg – die Stadt …
Die im Schutz der Burg entstandene Siedlung erhielt 1333 Stadtrechte. Die im Schutz der Burg entstandene Siedlung Freudenberg erhielt 1333 Stadtrechte. Das mächtige Amtshaus stammt aus dem Barock und besitzt zwei mit 1627 bezeichnete Portale. 



Das stattliche Fachwerkrathaus von 1605 steht auf einem mit 1499 bezeichneten Untergeschoss. Sehenswert sind noch weitere Fachwerkhäuser im Ort. Die profanierte Laurentiuskirche besitzt einen Zwiebelturm, eine Figur des Kirchenpatrons und des bischöflichen Wappens am Nordportal und ist im Barockstil ausgestattet. Bei der Staufstufe steht die Laurentiuskapelle/Lorenzkapelle aus dem 12. Jahrhundert mit einer Außenkanzel von 1655 und einer reichen Innenausstattung mit Fresken (Ende 13. Jh.), sehenswerten Altären und Kanzel, bemerkenswert sind auch die Epitaphien.

 
… und Freudenberg – die Ruine Freudenburg
Die um 1000 erstmals erwähnte Ruine Freudenburg (Fröudenberch) liegt auf einer weithin sichtbaren Bergnase, einem Ausläufer des Odenwaldes, hundert Meter über dem Fluss auf einer künstlich erweiterten Bergterrasse. Wie zu lesen ist, soll die Burg ihren Namen von den alten Rittertugenden vröude = Freude, ere = Ehre und hulde = Huld erhalten haben.

Zur Geschichte
Lehnsherr war der Bischof von Würzburg, Lehnsträger waren die Grafen von Wertheim. Diese bauten unter dem Würzburger Bischof Heinrich III. (1189–1196) 1190 bis 1195 eine starke Befestigung für die Stadt und die Burg, das „castrum Freudenberg“. Es sollte ein Bollwerk gegen den Konkurrenten des Bischofs, den Erzbischof von Mainz, sein.

Die Burg wurde in drei Bauphasen errichtet. Die erste fand noch unter Bischof Heinrich III. von Würzburg statt, der 1197 einen Wohnturm errichtete, aber noch in diesem Jahr starb. 1198–1202 baute der Würzburger Bischof Konrad I. von Querfurt weiter.



Um 1230 begann dann die zweite Bauphase. Ende des 13. Jahrhunderts wurde die Anlage, über die ab 1287 die Grafen von Wertheim verfügten, erweitert. 1361 wurden die Mauern vor der Burg, die Ringmauern und ein kleiner, querstehender Turm mit den Maßen fünf mal fünf Meter, der Palas, die Wirtschaftsbauten und die Burgkapelle St. Katharina erbaut, außerdem hat man den Turm erhöht und das Haupttor umgebaut. Die Burg diente fortan als Raststation für adelige Reisende zwischen Wertheim und der Burg Breuberg.

In der dritten Bauphase wurde die Burg 1497-1499 (bez. am Burgtor) von Graf Asmus von Wertheim und seiner Frau Dorothea von Rienneck, denen sie als Wohnsitz diente, zu einem Renaissanceschloss ausgebaut. Damals entstanden das östliche Wohngebäude, das Bollwerk jenseits des Halsgrabens und die nördliche Vorburg. Der Graf wollte eine der Burg in Wertheim ähnliche Anlage schaffen und 1497 bis 1509 soll er hier auch prächtig Hof gehalten haben. Später wohnte und wirkte der Amtmann des Amts Freudenberg in der Burg.

Sie wurde 1552 in der Auseinandersetzung zwischen Markgraf Albrecht von Brandenburg und dem Würzburger Bischof Zobel zerstört, da die Wertheimer Grafen auf der Seite des Bischofs standen. 1556 nach Erlöschen des Wertheimer Grafenhauses fiel die Burg als erledigtes Lehen an das Bistum Würzburg zurück. Sie verfiel dann und wurde später als „nicht bewohnbar“ bezeichnet.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie 1631 von den Schweden weiter zerstört. Ab 1984 fanden Renovierungsmaßnahmen statt.

Die Anlage
Die Kernburg hat einen etwa trapezförmigen Grundriss; das im Westen liegende Wohngebäude stammt im Kern von 1361 und besitzt einen hohen Treppengiebel (1497). Die Jahreszahl 1361 ist am östlichen Treppengiebel des westlichen Gebäude, des Palas, zu sehen. Er ist etwa 16 auf acht Meter groß. In der Nordostecke der Kernburg befindet sich ein weiteres, allerdings stark zerstörtes Gebäude. Von einem dritten Gebäude zwischen Bergfried und Palas sind nur noch zwei kurze Mauerstümpfen erhalten. An der Nordwestecke der Kernburg steht das um 1497 erbaute, fast quadratische Vorwerk mit dem mächtigen Geschützturm.

Die fast quadratische, nach Norden zum Maintal hin liegende ausgedehnte Vorburg wurde zusammen mit dem Geschützturm Ende des 15. Jahrhunderts erbaut. Die gefährdete Bergseite ist durch ein Vorwerk geschützt, das sich vor der gesamten Süd- und Westseite befindet: Es besteht aus zwei zwingerartigen Mauern, der bis zu zwölf Meter breite Zwischenraum zwischen ihnen wurde aufgeschüttet.

Der mächtige Bergfried ist ein so genannter „Butterfassturm“, wie man sie im mittelrheinischen Raum öfters findet. Er wurde in drei Etappen erbaut: Zuerst hat man in der staufischen Erbauungszeit um 1195 den Sockel in Buckelquaderbauweise errichtet, 1361 und im 15. Jahrhundert fanden dann weitere Baumaßnahmen statt. Jedes Mal wurde er etwa 2,5 Meter schmäler und schlanker erhöht; die Absätze befinden sich in 15 und 24 Meter Höhe. Der begehbare erste Absatz wurde als Wehrgang genutzt. Im Sockel misst er rund 15 Meter im Quadrat bei einer Mauerstärke von über vier Meter, seine Höhe beträgt über dreißig Meter. Der einstige Zugang lag sieben Meter über dem Wehrgang, also etwa 22 Meter über dem Hof. Der Zinnenkranz ist neueren Datums.

Die Schildmauer, die sich auf der Bergfriedseite befindet, stammt aus der ersten Bauphase. Sie ist über zehn Meter hoch, erreicht jedoch nur eine Mauerstärke von etwa 1 ½ Meter. An ihrer Ost- und Südwestseite befindet sich auf von Pfeilern getragenen Rundbogen ein aufwändig gemauerter Wehrgang.

Alle zwei Jahre finden Burgfestspiele statt.

Literatur zum Wandern, Reisen und Besichtigen:
Jeweils Silberburg-Verlag, Tübingen und Karlsruhe
Sie erhalten die Bücher im Buchhandel, beim Silberburg-Verlag und das Buch „Genießertouren im Lieblichen Taubertal“ auch vor Ort in den Tourismusbüros.

Info:
Tourismusgemeinschaft „Liebliches Taubertal“ e.V., Gartenstr. 1, 97941 Tauberbischofsheim, Tel. 09341/825806, www.liebliches-taubertal.de, touristik@liebliches.taubertal.de
Tourismusbüro Freudenberg, Hauptstr. 15, 97896 Freudenberg, Tel. 09375/9200-90, www.freudenberg-main.de


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