Dienstag, 26. April 2016

Kinzigtal: Wandern und Pilgern im Schwarzwald

Schwarzwald auf Pfarrers Spuren:
Wandern und Pilgern im Kinzigtal
 
 Wandergruppe im Kinzigtal. Foto: Tourist Info Wolfach

Ob Songlines oder Jakobsweg – in allen Kulturen folgen Menschen Wegen, die besondere mystische Erlebnisse versprechen. Pilgern meint fast überall das gleiche: die Suche nach einer spirituellen Klärung durch Bewegung und Verzicht auf Gewohntes.

Ein Pilgerweg kann zu Wallfahrtsorten in der Nähe führen oder Teil der europaweiten Pilgerrouten sein, die seit dem Mittelalter als „Jakobusweg“ in Santiago de Compostela im Norden Spaniens enden. Die Wege orientierten sich meist an den Heer- und Handelsstraßen, denn an ihnen standen auch die Klöster und Gasthäuser, die Pilgern Schutz und Übernachtung boten.

Schon die Römer hatten vor fast 2000 Jahren eine Handelsroute von Paris über Straßburg durch das Kinzigtal nach Rottweil und weiter nach Augsburg angelegt. Ihr folgte später auch der einzige Jakobsweg, der den Schwarzwald in seiner ganzen Breite quert. Der 88 km lange Abschnitt zwischen Loßburg am Ostrand und Gengenbach am Westrand des Mittelgebirges ist Teil des europäischen Jakobswege-Netzes. Und er ist besonders attraktiv: Er führt durch die Postkartenlandschaft des mittleren Schwarzwalds, passiert Fachwerkstädtchen wie Wolfach, Schiltach, Haslach, Zell am Harmersbach und Gengenbach, Bergkappellen und Wallfahrtskirchen.

Damit die Pilger die Schönheiten am Weg unbeschwert erleben können, gibt es die Pauschale „Wandern ohne Gepäck auf dem Kinzigtäler Jakobusweg“. Sie ist mit sechs Übernachtungen, Gepäcktransfer, Wanderkarten und Buch zum Jakobusweg sowie dem Pilgerpass für 399 Euro im Doppel- oder 409 Euro im Einzelzimmer zu buchen. Infos bei Kultur- und Tourismus Gengenbach, Tel. 07803 930143, www.gengenbach.info

Geschichten auf den Spuren des Pfarrers erwandern
Er war streitbarer Pfarrer, aufrührerischer Politiker, Gründer von Genossenschaften und einer der meistgelesenen Schriftsteller Badens – Heinrich Hansjakob (1837-1916). Auf dem 100 Kilometer langen „Großen Hansjakobweg“ oder dem 56 Kilometer langen „Kleinen Hansjakob-Weg“ werden die Landschaft des mittleren Schwarzwaldes sowie Geschichte und Eigenart des Kinzigtales erlebbar. Hansjakobs Bücher tragen Titel wie „Erzbauern“, „Der Vogt auf Mühlstein“ oder „Bauernblut“ und erzählen vom schweren Lebensalltag der einfachen Leute in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Am Weg weisen Schautafeln auf die Orte seiner Erzählungen hin, in „seinen“ Gaststuben erinnern Portraits oder Bücher an den wanderfreudigen Pfarrer. Pauschalen mit Gepäcktransfer sind als zwei- bis sechstägige Touren zu Preisen zwischen 79 und 219 Euro zu buchen bei der Touristinfo Gastliches Kinzigtal, Tel. 07832 706170, www.gastliches-kinzigtal.de

Gesellig in den Frühsommer wandern
Die einen lieben es, alleine durch die Landschaft zu wandern, andere möchten unterwegs Eindrücke tauschen, mehr über Land und Leute erfahren sowie gemeinsam „einkehren“. Im Mai beginnt im Schwarzwälder Kinzigtal wieder die Wandersaison. Schwarzwald-Guides und ausgebildete Wanderführer nehmen wissbegierige Aktivurlauber mit auf Wanderungen durch die Postkartenlandschaft des mittleren Schwarzwaldes. Termine und Touren zur Planung des Aktivurlaubes gibt es unter www.kinzigtal.com.

Mit dem Hotelier durch den Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord
Mit dem Chef des Hauses zur urigen Waldhütte wandern, den Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord auf Wanderwegen und Pfaden durchstreifen und den Tag mit Gleichgesinnten gesellig ausklingen lassen – das ist das Prinzip der Wanderwochen im Naturparkhotel Adler in St. Roman im oberen Kinzigtal. Zwischen Mai und Oktober wird sie mit fünf Übernachtungen zu fünf Terminen angeboten. Inklusive täglichen 5-Gang-Menüs, vier geführten Wanderungen mit Einkehr oder Rucksackverpflegung sowie einer Unterwasser-Beinmassage und Benutzung des Wellnessbereichs gibt es sie ab 583,50 Euro.

Hornberger Wanderwoche in den Pfingstferien
Die Frühlingstage nutzen Wanderprofis für erlebnisreiche Tageswanderungen im mittleren Schwarzwald. Die beliebte Hornberger Wanderwoche (16. bis 21. Mai) fällt in die Pfingstferien, so dass auch Familien an den kostenlosen geführten Touren teilnehmen können. Die fünfstündigen Exkursionen schließen den Lauterbacher Wandersteig, die Genießerpfade Peterstaler Schwarzwaldsteig und Waldpfad Groppertal und den Erlebnispfad entlang der legendären Schwarzwaldbahn ein. Zwei Übernachtungen und freier Fahrt mit Bus und Bahn im gesamten Schwarzwald sind in Privatpensionen ab 70 Euro zu buchen bei der Touristinfo Hornberg, Tel. 07833 79344, www.hornberg.de

Mit einem „Schnäpsli“ wandert es sich fröhlicher
Zu den alten Bauernhöfen im Schwarzwald gehört meist auch ein generationenaltes Recht zum Brennen von Obstschnäpsen. Entlang des 20 Kilometer langen „Obstbrennerwegs“ um Nordrach liegen gleich 14 Brennereibetriebe. Am 26. Mai laden sie zum „Brennhislitag“ ein. Zur Saisoneröffnung wandert man über Streuobstwiesen, genießt die Aussichten auf die Tallandschaft und die Berge des mittleren Schwarzwaldes und lässt sich dabei Schnäpse, Liköre und Köstlichkeiten aus der Hofküche servieren. Einen Flyer mit Adressen und Beschreibung von geführten Wanderungen am „Tag der offenen Tür“ gibt es bei der Touristen-Information Nordrach, Tel. 07838 929921, www.nordrach.de


Hier finden Sie …
Artikel über Reisen und was schön daran ist, Artikel über die Welt der Alpen, Artikel über Baden-Württemberg, Besprechungen von Reise- und Wanderliteratur, Artikel über Stuttgart, Artikel und vor allem schwarzweiß-Fotos von und über Stuttgart für Minimalisten unter den Freunden der Fotografie; außerdem wird auf den englischsprachigen Blog für Leben und Erleben in Stuttgart und der weiten Welt hingewiesen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen