Dienstag, 3. März 2015

Klausen in Südtirol: Wein, Kunst, Keschtn, Genuss und Wandern

Klausen in Südtirol: 
Italiens beste Weißweine kommen aus 
dem südlichen Eisacktal



Italien gehört zu den wichtigsten europäischen Weinproduzenten. Das Eisacktal ist das nördlichste Weinanbaugebiet Italiens und liegt am Übergang zwischen den Alpen und den mediterranen Hügellandschaften. Von dort stammen einige der besten italienischen Weißweine.

Das Eisacktal hat die idealen Voraussetzungen für den Anbau von weißen Rebsorten, insbesondere das südliche Eisacktal rund um die Künstlerstadt Klausen: Die mineralreichen Böden und klimatischen Bedingungen mit mediterranen Sommertagen und frischen Bergnächten verleihen den Trauben ein besonders intensives Aroma. 


Eine Vielzahl privater Winzereien und die Eisacktaler Kellereigenossenschaft produzieren seit Jahren prämierte Weißweine. Sylvaner, Kerner, Müller Thurgau, Gewürztraminer, Veltliner, Ruländer, Riesling, Chardonnay, Weißburgunder und Sauvignon sind bei Weinkennern hoch geschätzt – allen voran die Sonderlinien „Aristos“ und „Sabiona“. Der „Eisacktaler Sylvaner Sabiona“ wurde mehrfach ausgezeichnet – unter anderem vom Weinführer Gambero Rosso. Der Kerner Sabiona 2011 wird im Wein-Guide der italienischen Sommeliers „Bibenda 2014“ mit „5 Grappoli“ geführt. 


Er wird aus den Trauben gekeltert, welche an den sonnigen Hängen der Benediktinerinnenabtei Säben oberhalb von Klausen gedeihen. Mehr zum Wein und den verschiedenen Rebsorten aus dem südlichen Eisacktal rund um Klausen, Barbian, Feldthurns und Villanders erfahren Interessierte auf dem 3,5 Kilometer langen Weinwanderweg. Dieser startet in Klausen, führt vorbei an verschiedenen Weingütern durch die Leitacher Weinhänge bis zur Kreuzung nach Feldthurns, dem Südtiroler Kastaniendorf schlechthin. Für Weinkenner reizvoll ist eine Herbstwanderung am Keschtnweg zwischen Barbian, Villanders, Klausen und Feldthurns. Unterwegs laden etliche Buschenschänke zum Törggelen ein: Zwischen Ende September und Mitte November werden geröstete Kastanien (Keschtn), Schlutzkrapfen, Hauswürste, Krapfen – und natürlich der „nuie“ Wein aufgetischt. Schließlich hat das „Törggelen“ dort seinen Ursprung.

Einmal selbst „Moder“ sein: Bei der 2. Feldthurner Bergwoche
Bei der Bergwoche auf der Feldthurner Alm (08.–09.08.15) werden die Bergwiesen wie vor 50 Jahren gemeinsam händisch gemäht. Nach getaner Arbeit gibt es deftige Almkost und es wird gemütlich gefeiert.

Egal ob Mann oder Frau, jung oder alt, bis in die 1970er-Jahre waren alle gefragt, die anpacken konnten, wenn auf den Bergbauernlehen und Almen rund um die Künstlerstadt Klausen die Heuernte anstand. Mit vereinten Kräften mussten in kürzest möglicher Zeit die steilen Bergwiesen mit der Sense gemäht, mit dem Rechen zusammengebracht und in die Tenne eingebracht werden. Zu groß war die Ungewissheit, ob nicht ein herannahendes Unwetter die Heuernte zunichte machen würde. Bei der 2. Bergwoche auf der Feldthurner Alm (08.–09.08.15) können Gäste, Einheimische und alle Interessierten als „Moder, Rechner, Bockvoter oder Tschogger“ kräftig mitanpacken und gemeinsam mit den Einheimischen eine Heuernte wie vor 50 Jahren erleben. 


Das gibt ihnen die seltene Gelegenheit, das einfache Bergbauernleben und die Almarbeit am eigenen Leib zu erfahren. Bei der Feldthurner Bergwoche geht es aber auch um den respektvollen Umgang mit der Natur, die Geselligkeit und das Glück der getanen, mühevollen Arbeit in unberührter Natur. Zur Stärkung gibt es traditionelle Almkost, damit alle bei Kräften bleiben: zum Frühstück Milch und Brockn, zum Mittagessen Plentene Knödel, zur Marende nach der Arbeit Speck, Milch und Kartoffeln. Am Abend wird „nach alter Manier“ beim Radlsee gefeiert und getanzt, bevor man sich zum Übernachten mit einem Leintuch in den Heuschober zurückzieht.

Auf zum „Keschtn-Herbst“ rund um Klausen, Barbian, Feldthurns und Villanders
Die Keschtniglwochen (17.10.–08.11.15) in Feldthurns sind die Gelegenheit, die Früchte des Eisacktals zu verkosten und am Eisacktaler Kastanienweg den „Herbstrausch“ mit allen Sinnen zu erleben.

Die stärkereiche Edelkastanie zählte im Mittelalter zu den Hauptnahrungsmitteln im Eisacktal. Heute ist sie so wie der Wein eine regionale Delikatesse, die untrennbar zum Herbstgenuss in den südlichen Eisacktaler Dolomiten gehört. Jedes Jahr, wenn die Edelkastanien zur Ernte reif sind, werden in Feldthurns, der Wiege der heimischen Kastanie, „Keschtniglwochen“ gefeiert. „Keschtn“ ist der Südtiroler Name für die Edelkastanie – der „Nigl“ ein Korb, in dem die gebratenen Kastanien durch Schütteln geschält werden. 


Zu den Keschtniglwochen tischen die Feldthurner Gastwirte und Buschenschänke ihren Gästen gebratene Kastanien zum Wein auf – aber auch Kastanienkrapfen und jedes Jahr neue kulinarische Keschtn-Kompostitionen. Der Feldthurner Törggelemarkt (17.10.15) läutet die Keschtniglwochen sozusagen ein. Danach stehen drei Wochen lang Weinverkostungen, Ab-Hof-Verkaufsstände, Kochkurse und Herbstausstellungen auf dem Programm. Ein Fixstarter sind die Wanderungen am „Keschtnweg“, der sich über 60 Kilometer im Mittelgebirge von Brixen über Feldthurns, Villanders und Barbian bis in den Bozner Talkessel zieht. Den Abschluss der Keschtniglwochen bildet traditionell der Feldthurner „Nigl-Markt“ (08.–09.11.14) mit Spezialitäten aus der bäuerlichen Küche und dem Weinkeller sowie typischem Handwerk. Weitere herbstliche Genussfeste in den südlichen Eisacktaler Dolomiten sind die Zwetschgenwochen in Barbian und das Gassltörggelen in Klausen.

Klausen, Barbian, Feldthurns und Villanders: Viel Kultur, köstliche Weine und sieben Hauben
In den Südlichen Eisacktaler Dolomiten liegt die Heimat des Eisacktaler Weins und der Ursprung des Törggelens. Kulinarik und Genuss, Naturerlebnis und Gastfreundschaft haben seit jeher einen hohen Stellenwert.

Der Eisack, Südtirols zweitgrößter Fluss, zieht sich von seinem Ursprung am Alpenhauptkamm südwarts bis Bozen, wo er in die Etsch mündet. Durch das Eisacktal, dem der Fluss seinen Namen gab, verläuft einer der ältesten Verbindungswege zwischen Nord und Süd. Im südlichen Talabschnitt, auf halber Strecke zwischen Brixen und Bozen, liegt das mittelalterliche Künstlerstädtchen Klausen mit dem Kloster Säben – auch als „Akropolis Tirols“ bezeichnet – und den Feriendörfern Barbian, Feldthurns und Villanders. Die Ferienregion in den südlichen Eisacktaler Dolomiten zeichnet sich durch ihre Vielfalt und ihre Kontraste aus: Während das bürgerliche Klausen auf 500 Höhenmetern liegt, erstrecken sich die ländlichen Ortschaften Barbian, Feldthurns und Villanders teilweise bis in hochalpine 2.500 Meter. 


Die Öffnung des Eisacktals Richtung Süden sorgt für den Einfluss eines milden, mediterranen Klimas. Die Tradition im Zwetschgen-, Apfel-, Kastanien- und Weinanbau reicht bis zu den Römern zurück. Heute bringen die Winzer auf den steilen Hängen um Klausen, Barbian, Feldthurns und Villanders durch spezielle Anbaumethoden ganz besondere frische Weißweine hervor, die sich durch eine außergewöhnliche Frucht und Mineralität auszeichnen und immer wieder ausgezeichnet werden: darunter Sylvaner, Kerner und Gewürztraminer aber auch Veltliner, Riesling und Ruländer. Die Küchentradition ist eine gelungene Verbindung aus altösterreichisch und italienisch mit einer unverkennbaren Eisacktaler Note. Der Gault Millau bedachte die Region Klausen 2015 mit sieben Hauben.

Urlaub für das Auto mit der „Klausen Card – alps & wine“
Das südliche Eisacktal rund um Klausen, Barbian, Feldthurns und Villanders steht für geschichtsträchtige Orte, eines der wichtigsten Weißwein-Anbaugebiete Südtirols und bildet die schönste und großflächigste Mittelgebirgs- und Almenlandschaft Südtirols mit den sagenhaften Dolomiten am Horizont. Familien, Kultururlauber, Wanderer und Biker können aus dem Vollen schöpfen – und das bei leichter Erreichbarkeit: 250 Kilometer sind es nur von München über Innsbruck bis Klausen, oder 2,5 Stunden Autofahrt. Das Auto ist aber kein Muss. Einige Südtiroler Reiseveranstalter bieten täglich Busfahrten von München nach Südtirol. Wer mit einem IC- und EC-Zug bis zum Bahnhof Brixen anreist, kann von dort im Halbstundentakt mit einem Regionalzug bis nach Klausen oder Waidbruck (bei Barbian) weiterfahren. 


Für Flugreisende bietet sich der 90 Kilometer entfernte Zielflughafen Innsbruck an, Low-Cost Flughafentransfers gibt es von dort und von München. Alle Anreisedetails sind auf www.klausen.it nachzulesen. Vor Ort ist die „Klausen Card – alps & wine“ das Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel in Südtirol bis nach Trient – und für alle öffentlichen Seilbahnen sowie für den „Sommer-Wanderbus“ in den südlichen Eisacktaler Dolomiten. Außerdem gilt die „Klausen Card“ in über 80 Museen im ganzen Land, in den Schwimmbädern vor Ort und bei einigen Erlebnisprogrammen wie geführten Wanderungen oder Wein- und Grappaverkostungen. Erhältlich ist die Klausen Card bei allen Mitgliedsbetrieben in Klausen, Barbian, Feldthurns, Villanders.

Klausen: Kultur-, Natur- und Weinland seit Jahrhunderten
Das Künstlerstädtchen Klausen mit seinen verwinkelten Gassen und mittelalterlichen Fassaden ist eines der beliebtesten Fotomotive im Eisacktal. Im Stadtmuseum tauchen Besucher in die Vergangenheit ein und bewundern den sehenswerten Loretoschatz, der erst seit kurzem, nach Aufklärung eines spektakulären Kunstraubes in den 60er-Jahren, wieder vollständig ist.

Ein Besuch im Kloster Säben auf dem Säbener Berg lohnt sich wegen seiner vier Kirchen, der wertvollen Kunstschätze und nicht zuletzt wegen der wunderbaren Aussicht. Zu dieser „Akropolis Tirols“ gelangt man über die Säbener Promenade. Ebenso sehenswert ist Schloss Velthurns: Die einstige Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Brixen beherbergt heute ein Heimatmuseum und ein archäologisches Museum. Große Anziehungspunkte in Feldthurns und Villanders sind die Archeoparks, in denen Funde aus der Steinzeit zu sehen sind. 


Auf 2.300 Metern oberhalb von Feldthurns, unterhalb der Kassianspitze, liegt das Latzfonser Kreuz, eine der höchstgelegenen Pilgerstätten Europas. Besonders malerisch ist die Defregger-Gasse in Villanders, die Franz von Defregger in seinem berühmten Bild „Das letzte Aufgebot“ verewigt hat. Das Pfunderer Bergwerk oberhalb von Villanders zählte früher zu den ertragreichsten des Landes. Bei Führungen in dem heutigen Schaubergwerk entdecken Besucher nach wie vor verschiedenste Kristalle. Die Trostburg nahe Barbian gehörte einst Oswald von Wolkenstein. Heute können Einrichtungs- und Kunstgegenstände aus verschiedenen Epochen besichtigt werden. Barbian hat ebenso einige Sehenswürdigkeiten zu bieten: einen schiefen Kirchturm sowie den Barbianer Wasserfall mit seinem romantischen „Nixenteich“ und dem erholsamen Kneipp-Parcours.

„Drei guate“ Gründe für den Eisacktaler Herbstgenuss: Trauben, Kastanien und Zwetschken
Bereits die Römer bauten im Eisacktal Wein an. Im südlichen Eisacktal rund um Klausen, Barbian, Feldthurns und Villanders wurde der Überlieferung nach das Törggelen „erfunden“. Was liegt also im goldenen Herbst näher, als dort den „Nuien“ zu genießen?


Das Eisacktal ist die nördlichste Weinbauregion Italiens. Die spritzig- fruchtigen Eisacktaler Weißweine zählen zu den bekanntesten des Landes und werden in alle Welt exportiert. Zwischen Oktober und Mitte November dreht sich in den Hof- und Buschenschänken alles um die Verkostung des „Nuien“. Zusammen mit den gebratenen Edelkastanien und den typischen Eisacktaler Schmankerln ist das ein unvergleichlicher Genuss. Mit mehr als 30 Buschenschänken gilt das südliche Eisacktal rund um die Künstlerstadt Klausen als Südtirols „Törggele-Hauptstadt“.

Am Klausner Weinwanderweg werden bereits im Frühling geführte Touren samt Verkostung geboten. Im Herbst wandern viele am Törggelesteig, der unterhalb von Villanders vorbei an zahlreichen Buschenschänken bis nach Sauders führt. Neben den geführten Törggele-Wanderungen und dem Gassltörggelen in Klausen liefern die Keschntniglwochen in Feldthurns und die Zwetschgenwochen in Barbian noch mehr „kostbare“ Urlaubsgründe südlichen Eisacktaler Dolomiten. Die Böden und das Klima rund um Klausen lassen neben Trauben nämlich Zwetschgen und Kastanien hervorragend gedeihen.

Das Gebiet gilt als „die Wiege der heimischen Kastanie“. Gelegenheiten, den Eisacktaler Herbst in vollen Zügen zu genießen, ergeben sich zu den Keschtniglwochen (17.10.–08.11.15) in Feldthurns. Ein hochprozentiges Erlebnis sind die Zwetschgenexkursionen sowie die geführten Grappa- und Schnapsverkostungen zu den Barbianer Zwetschgenwochen (05.–20.09.15).

Info:
Tourismusverein Klausen, Barbian, Feldthurns und Villanders
I-39043 Klausen, Marktplatz 1
Tel.: +39/0472/847 424
Fax: +39/0472/847 244
Anreise Region Klausen
Auto: Innsbruck – Brennerautobahn – Autobahnausfahrt Klausen
Bahn: IC- und EC-Bahnhof Klausen
Flug: Flughäfen Innsbruck (95 km), Bozen (35 km) – oder mit dem „Südtirol-Bus“ von/zu die Flughäfen Verona,
Bergamo, Malpensa und München


Empfohlene Karten:
Kompass DVD Österreich, ISBN 978-3-85491-629-1
Kompass DVD Über die Alpen, ISBN 978-3-85026-430-3
(Die Karten lassen sich auch auf GPS-Geräte, iPhones und Android übertragen)
Hier können Sie die DVD kaufen.

Hier finden Sie …
Artikel über Reisen und was schön daran ist, Artikel über die Welt der Alpen, Artikel über Baden-Württemberg, Besprechungen von Reise- und Wanderliteratur, Artikel über Stuttgart, Artikel und vor allem schwarzweiß-Fotos von und über Stuttgart für Minimalisten unter den Freunden der Fotografie; außerdem wird auf den englischsprachigen Blog für Leben und Erleben in Stuttgart und der weiten Welt hingewiesen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen