Donnerstag, 8. Januar 2015

Fasnacht in Tirol

Schleicher, Wampeler und Matschgerer: Fasnacht in Tirol

Jahrhundertealte Tradition, monatelange Vorbereitungszeit und eine Begeisterung, die immer wieder als „Fasnachtsfieber“ bezeichnet wird: Fasnachtsbräuche werden in Tirol mit Leidenschaft gepflegt. 2015 ist das Telfer Schleicherlaufen ein Höhepunkt der Fasnachtssaison.
 2015 ist das Telfer Schleicherlaufen ein Höhepunkt der Fasnachtssaison.
2015 ist das Telfer Schleicherlaufen ein Höhepunkt der 
Fasnachtssaison. ©Tirol Werbung
Wenn am 1. Februar 2015 Schleicher im Kroas (im Kreis)  tanzen, die Sonne schon frühmorgens durch Telfs getragen wird, sich Bären, Affen, ein Elefant und sogar die Krouta (die Kröte) auf den Weg machen, dann wird in Tirol einer der ältesten Fasnachtsbräuche zelebriert: Das Telfer Schleicherlaufen. Mehr als 500 Fasnachtler (ausschließlich Männer) sind schon Monate im Voraus damit beschäftigt, den Umzug vorzubereiten.

Die Telfer Fasnacht, das Schleicherlaufen, 
findet seit 1890 alle fünf Jahre statt. Seit 2012 zählt der Fasnachtsbrauch auch zum UNESCO Weltkulturerbe. In Telfs sind neben der Bärengruppe und den Laningern vor allem die Schleicher eine Besonderheit: Die Männer sind mit kunstvoll gestalteten Schleicherhüten geschmückt, die bis zu acht Kilo und mehr wiegen können. Zusätzlich haben alle Schleicher eine Schelle, eine bis zu drei Kilogramm schwere Glocke dabei, diese darf aber beim Gehen nicht anschlagen. Aus dieser Tradition ergibt sich auch der Name der Telfer Fasnacht: Um die Schelle nicht erklingen zu lassen, bewegt sich die Gruppe schleichend. Eine Ausnahme ist der Schleichertanz: Hier müssen nach den Tanzsprüngen alle Schellen gleichzeitig erklingen.

Am Tag des Schleicherlaufens ist der Tross ab sieben Uhr früh unterwegs: Zu diesem Zeitpunkt beginnt die Sonnenanbetung, bei der eine Sonne aus Pappe durch den Ort getragen wird, um schönes Wetter zu beschwören. Erst 11 Stunden später, mit dem Betläuten um 18 Uhr, wird das Schleicherlaufen beendet.
Telfer Schleicherlaufen, 01. Februar 2015

Informationen zum Programm: www.schleicherlaufen.at

Zweikampf zwischen Winter und Frühling: Das Axamer Wampelerreiten
Ein uraltes Ritual wird beim Fasnachtsverein Axams zelebriert: Das Wampelerreiten. Diese Fasnachtstradition zählt zu den sechs größten Fasnachten in Tirol und steht 2015 in einem ganz besonderen Zeichen: Nach vier Jahren wird am 15. Februar 2015 wieder der „Große Umzug“ stattfinden.

Mehr als 400 Aktive, Männer und Frauen, erwecken an diesem Tag eine eigentümliche und spektakuläre Tradition wieder zum Leben: Neben den klassischen Fasnachtsfiguren wie dem Tuxer oder den Buijazzln sind es vor allem die Wampeler, die die Zuschauer begeistern:

Ausschließlich von ausgewählten Männern und Burschen dargestellt, symbolisieren die Wampeler und Reiter den Kampf zwischen Winter und Frühling. Die Wampeler im weißen Leinenhemd, das mit Heu ausgestopft wird, stellen eindrucksvoll den Winter dar. Ausschließlich beim großen Umzug tragen die Wampeler ihre alten, wertvollen Holzmasken. Sie werden in Zweikämpfen von den Reitern, die den Frühling symbolisieren, immer wieder „nieder geritten“ und sollen zu Fall gebracht werden.
Axamer Wampelerreiten, 15. Februar 2015

Informationen zum Programmablauf: www.wampelerreiten.com

Fasnacht mit Mullern und Matschgerern
Um die vier Jahreszeiten dreht sich auch das Muller- und Matschgererlaufen in den Gemeinden Rum, Thaur, Absam und Mils. Die Dörfer rund um Innsbruck sind die Heimat des ursprünglichen Brauchs, bei dem Spiegeltuxer, Melcher und Weißer als Frühling und Sommer gegen Zottler, Zagler, Klötzler und Hexen, die den Winter und Herbst darstellen, antreten. Mehr als 800 Aktive werden am 8. Februar 2015 in Mils auf den Beinen sein, um die Zuschauer mit dem traditionellen Fasnachtsbrauch zu begeistern. Wie das Telfer Schleicherlaufen zählt auch das Mullerlaufen zum UNESCO Weltkulturerbe.

Matschgerer- und Mullerlaufen in Mils, 8. Februar 2015
Informationen zum Programm: www.milser-matschgerer.at/umzug-2015/
  

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