Dienstag, 8. Juli 2014

Klopeiner See in Südkärnten: Georgibergkirche und Hemmaberg

Ausflug vom Klopeiner See
in Südkärnten:
Georgibergkirche und Hemmaberg
 



Jeder Mensch hat einen Tag, an dem er in die Vollen geht. Wir haben dies an jenem Tag gemacht, an dem wir zuerst 2 Kirchen - mit Bergaufwanderung bei strenger Hitze - besichtigten, dann uns das Geoparkzentrum Karawanken vornahmen und schlussendlich noch die Obir-Tropfsteinhöhle besichtigten. Manche Menschen können halt nie genug kriegen…



Aber der Reihe nach.

Klopeiner See: zum Georgibergkirchlein
Wir wollten zuerst das Georgibergkirchlein besichtigen, das an der Spitze des Georgibergs steht, der den Klopeiner See im Süden begrenzt. 






Von dem östlich von Klopein liegenden Georgibergl hat man eine schöne Aussicht. Auf dem Berg wurden prähistorische Wallanlagen ausgegraben, hier stand auch früher eine Burg, die 1268 von Herzog Ulrich III. dem Erzbischof von Salzburg übergeben wurde. Die kleine Kirche St. Georg wurde 1060 als Brixener Besitz erwähnt, stammt aus der Gotik und wurde im 17. Jh. umgebaut. 1643 brannte die Kirche durch einen Blitzschlag ab, wurde danach aber wieder aufgebaut. Die Apostelfresken im Chor sind aus dem 16. Jh., die Altäre aus dem 18. Jh., der Altar in der Südkapelle von 1720/30. Sehenswert sind auch die Bilder. Leider ist die Kirche abgeschlossen und man kann die Inneneinrichtung nur durch ein Gitter bewundern. Dafür kann man die Wunschglocke betätigen. Vielleicht werden die Wünsche wahr.





Wir fuhren von unserem Hotel Silvia am See entlang bis zur Südostecke, wo es beim Fichtenhof Parkmöglichkeiten gibt. Dort beginnt ein steiler Aufstieg. Zum Glück aber im schattigen Wald. Vor dem Wasserbehälter biegen wir bei einem Brunnen links ab und gehen an der nächsten Verzweigung geradeaus durch die Schranke weiter. Etwas später werden wir mit der Wegnummer 4 bei einer Infotafel nach links verwiesen. Immer ansteigend und vorbei an einem Aussichtspunkt erreichten wir schließlich die Georgibergkirche. 








Was aber wahr ist, das ist die herrliche Aussicht vom Gipfel aus: weit über Südkärnten und nach Süden zu den Karawanken, zum Klopeiner See und zum Völkermarkter Stausee.

Zurück geht man denselben Weg. Man benötigt etwa eine Stunde an reiner Wegzeit, der Höhenunterschied beträgt etwa 140 Meter.








Auf den Hemmaberg




Danach war der Tag jedoch nur angekratzt und wollte ausgefüllt werden. Auf dem Hemmaberg bei Globasnitz waren wir auch noch nie und die Ausgrabungen interessierten uns schon.




Eine Wanderung beginnt man am Besten in Globasnitz, wo man sich auch einige interessante Dinge im Ort ansehen kann.

In Globasnitz befand sich einst eine römische Siedlung, die in der „Tabula Peutingeriana“ als Vicus Iuenna erwähnt wurde. Dieser auf den Gott Jovenat zurückgehende Name ging auch in den Namen „Jauntal“ ein. Hier führte die Straße von Virunum nach Celeia (Zollfeld/Cilli) vorbei. In den unruhigen Zeiten der Völkerwanderung zogen sich die Einwohner auf den Hemmaberg zurück. Die romanische, später gotisch umgebaute Kirche Mariae Himmelfahrt besitzt ein Schlingrippengewölbe. Im Chor befinden sich sehenswerte Freskenreste aus dem 14. Jh. Die übrige Ausstattung ist barock. Der schöne Hochaltar besitzt Opfergangsportale und wurde 1770/71 errichtet. Der bemerkenswerte romanische Karner (13. Jh.) besitzt innen und außen frühbarocke Fresken aus 16. Jh. Außen befinden sich Römersteine. Die achteckige Lichtsäule wurde vor 1440 errichtet. Der Pfarrhof wurde im 17. Jh. erbaut. In einem Nebengebäude ist ein römisches Relief von einem Grab eingemauert. – Vor dem Postamt stehen 3 Säulen eines römischen Tempels. – Das wie ein Zuckergussschloss aus Disneyland wirkende Schloss Elberstein in der Ortsmitte wurde von dem Tischler/Künstler Johann Elbe in jahrzehntelanger Handarbeit erbaut. Er erfüllte sich damit einen Traum und wurde zum Schlossherrn. Im Spätantik-frühchristliches (Antiken-) Freilichtmuseum Hemmaberg sieht man Funde aus der römischen Straßenstation Iuenna und dem Hemmaberg. Besonders schön sind hierbei die aus frühchristlicher Zeit stammenden Mosaiken, insbesondere die Vogel- und andere Tierdarstellungen.

Auf der Westseite des Ortes nimmt man das ansteigende Sträßchen in Richtung „Hemmaberg“. 




Berühmt ist der Hemmaberg vor allem, weil sich hier während der Zeit der römischen Kaiser die Siedlung Iuenna befand. Von ihr hat man u. a. Fundamentreste von Häusern und eine Fußbodenheizung freigelegt, außerdem Münzen gefunden.




Das Sträßchen führt durch den Wald hinauf zu einem Parkplatz. Von ihm aus folgt man zuerst der Beschilderung zur Rosaliengrotte, erst über eine Wiese, dann im Wald auf einem Waldweg sanft ansteigend bis zur Rosaliengrotte.

In der Felswand am Nordwestabhang liegt die aus dem Stein herausgewaschene Rosaliengrotte, in der die Hemmaquelle, eine sagenumwobene Heilquelle, entspringt. Sie wurde 1681 eingeweiht. Man spricht ihr Heilkraft durch eine rechtspolarisierende Erdstrahlung zu. Die Kapelle und die Sandsteinskulptur wurden 1927 von Suitbert Lobisser erneuert. In Zusammenarbeit mit dem Künstler Valentin Oman wurde ein neuer, grenzüberschreitender „Hemma-Pilger-Weg“ mit 9 Stationen als „Weg der Besinnung“ eingerichtet. Eine Ergänzung dieses Weges ist der Meditationspfad, der den Besucher mit 6 Stationen vom Kreuz hinter dem Ausgrabungsgelände über den Steilhang durch den Wald unter dem Felsen zur Quelle führt.

Ab der Grotte führt ein steil ansteigender Weg über Treppen durch den Wald hinauf zu einem Loch im Felsen, von dem man zur Grotte hinabsehen kann. Dann geht es voll hinauf zur Kirche.




Die spätgotische Wallfahrtskirche St. Hemma und St. Dorothea (um 1500) besitzt ein gotisches Portal, dessen Schwelle ein Römerstein ist. Die Malereien im Chor und im Langhaus stammen aus dem 17. Jh. Die Bilder entsprechen teilweise den Bildern mit der Hemmalegende aus dem Gurker Dom. Der Hochaltar wurde Anfang des 17. Jhs. errichtet, die geschnitzte barocke Kreuzigungsgruppe beim Triumphbogen wurde 1682 geschaffen. Das Kirchengestühl wurde 1998 von Diex geholt. Leider kann man die Kirche nicht besichtigen. Die Eingangstüre besitzt zwar einen großen Glasstreifen, sinnigerweise wurde dieser jedoch verziert ausgewählt, so dass man nicht mal durch das Glas einen guten Blick auf die schöne Inneneinrichtung nehmen kann. Das sollte bei nächster Gelegenheit ausgetauscht werden.


Interessant sind aber die vielen Ausgrabungen, die auch durch Tafeln erklärt sind.





Die Kuppe des Hemmaberg war bereits seit dem 15. Jh. v. Chr. besiedelt, in keltischer Zeit befand sich hier ein Heiligtum. Im 5. und 6. Jh. war der Berg ein Wallfahrtsort mit 5 Kirchen; diese Siedlung wurde dann um 600 zerstört. Freigelegt wurden Grundmauern der 5 frühchristlichen Kirchen, die kostbare Mosaikfußböden besitzen und die man als Freilichtmuseum zugänglich gemacht hat. Es handelt sich um eine der beiden bedeutendsten Grabungsstätten aus der Zeit des frühen Christentums in Österreich. Dazu gehören die Gemeindekirche und die Memorialkirche, beides rechteckige Anlagen mit Anbauten wie Zisterne und Baptisterium, sowie eine Grabkapelle.

Wir sind natürlich nicht gewandert, sondern mit dem Auto zum Parkplatz hinaufgefahren. Zu diesem geht man auf breitem Weg hinab.







Wer aber eine größere Tour unternehmen will wandert ab Globasnitz hinauf und geht über Kristendorf und Jaunstein zurück. Nach dem letztgenannten Ort kommt man am Teufelsstein vorbei, der von einem großen Felssturz übrig geblieben ist. Dies ist jedoch eine große, tagesfüllende Tour, für die es uns aber auch zu heiß war.











Dieter Buck



Info:
Tourismusregion Klopeiner See - Südkärnten, Telefon 0043 (0) 4239 2222, www.klopeinersee.at, info@klopeinersee.at
Unterkunft:
Familienhotel Silvia, Familie Pukart, Westuferstr. 26, A 9122 St. Kanzian/Klopeiner See, www.hotel-silvia.at, office@silvia.co.at
Literatur:
Dieter Buck, Genusswandern in Kärnten. 50 einfache bis mittelschwere Touren. Styria regional. Wien, Graz, Klagenfurt. 2013




Hier können Sie das Buch kaufen: www.styriabooks.at
Empfohlene Karten:
Kompass 65 Klopeiner See Karawanken Ost, 1:50000
Kompass 065 Klopeiner See Bad Eisenkappel, 1:25000
Hier können Sie die Karten kaufen: www.kompass.at

Besuchen Sie uns auch unter:
http://reisen-und-urlaub.blogspot.com für Artikel über Reisen und was schön daran ist
http://alpen-blog.blogspot.com für Artikel über die Welt der Alpen
http://baden-wuerttemberg-blog.blogspot.com für Artikel über Baden-Württemberg
http://reisebuecherwanderfuehrer.blogspot.com für Besprechungen von Reise- und Wanderliteratur
http://der-stuttgart-blog.blogspot.com für Artikel über Stuttgart
http://stuttgart-schwarz-weiss.blogspot.com für Minimalisten unter den Freunden der Fotografie
http://living-in-stuttgart.com der englischsprachige Blog für Leben und Erleben in Stuttgart und der weiten Welt
Impressum:




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen