Dienstag, 8. Juli 2014

Eberndorf

Eberndorf
 Allgemeines & Geschichte
Der beliebte Ferienort ist das Zentrum des hügeligen Jauntales und besteht aus mehreren Ortschaften. Er liegt am südlichen Fuß des bewaldeten kleinen Kolm (627 m). Hier wird die Drau zum Völkermarkter oder Edlinger Stausee aufgestaut. In der Nähe befinden sich der Klopeiner, der Gösselsdorfer und der Turner See. Der Gösselsdorfer See ist Kärntens einziger unverbauter Familienbadesee.

Der Ort hieß erst Maria Jun (= Jaun) und wurde 1106 als Dobrendorf erstmals erwähnt. Der Partriarch von Aquileja errichtete im 12. Jh. hier ein Chorherrenstift. Beherrschend für das Ortsbild ist die weithin sichtbare Stiftsanlage. Kulturbeflissene besuchen die „Südkärntner Sommerspiele“ im Stift und Naturfreunde wandern im Sablatnig Moor. 

Sehenswürdigkeiten
Die um 1100 von dem friaulischen Graf Chazilo und seiner Gattin gestiftete Kirche wurde um 1150 dem Patriarchen von Aquileja übergeben; das von ihm daraufhin gegründete Augustiner-Chorherrenstift liegt in erhöhter Lage am Nordrand des Marktes und wurde 1483 durch den Propst und späteren Salzburger Erzbischof Leonhard von Keutschach während der Türkenkriege befestigt. Trotzdem erlitt es durch die Türken und die Ungarn schwere Beschädigungen. 1603–1783 gehörte es den Jesuiten, 1809 gelangte es an das Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal.

Das Stiftsgebäude wurde während der Türkengefahr befestigt und ist eine ausgedehnte barocke Anlage mit Wehrturm und Torbau. Es liegt nördlich der Kirche um einen dreigeschossigen Arkadenhof aus dem 17. Jh., der Schauplatz der Sommerspiele ist. Aus dem Mittelalter stammen noch die zinnenbekrönten Mauern, der Torbau und der Rundturm, der Rest ist barock. Im Stift residiert die Galerie im Stift Eberndorf, die heimische und internationale Künstler zeigt.

Die Stiftskirche Maria Himmelfahrt stammt im Wesentlichen aus der Spätgotik, besitzt aber noch romanische Teile. Der freistehende Glockenturm wurde im 15. Jh. erbaut. Das schön profilierte Westportal stammt von 1522, über ihm sieht man in einer Nische eine Madonnenfigur. Bestimmend für den Raumeindruck des Innenraums ist die zwölfstufige Treppe. Das Schlingrippengewölbe ist das früheste seiner Art in Kärnten (1506) und somit bedeutend für die Entwicklung der Gotik im Land. Der Chor ist mit Deckenfresken aus der Gotik geschmückt. Die Kirche besitzt eine prächtige Einrichtung. Am raumfüllenden Rokoko-Hochaltar (um 1770) befindet sich eine bemerkenswerte Marienfigur (um 1480), von der einmal geschrieben wurde, bei ihrem Anblick komme einem das alte Marienlied „Liebreich holdselige, himmlische Frau“ in den Sinn. Über dem Hochaltar wurde Anfang des 14. Jhs. in den Gewölbefeldern vom „Meister von Einersdorf“ die Geschichte einer angeblichen Hostienschändung gemalt. Die gotischen Schnitzarbeiten stammen aus dem 15./16. Jh. Am östlichen Wandaltar befindet sich eine Florianskulptur von 1520. Auch die anderen Altäre aus dem Barock sind sehenswert. Die Kanzel stammt von 1770.

In der Franz-Xaver-Kapelle im Langhaus hängt ein Bild aus dem 17. Jh., darunter eine Skulptur des toten Franz Xaver, außerdem sieht man ein Anna-selbdritt-Relief von etwa 1530 und ein Verkündigungsrelief von etwa 1510. Die Mohrenskulpturen stammen aus dem Barock. In der Ungnad-Kapelle an der Langhaussüdseite ist das Grab von Christoph Ungnad von Suneck (gest. 1481), ein Meisterwerk der Spätgotik, sehenswert. Der Feldherr kämpfte erfolgreich gegen die Türken und ruht hier als Skulptur in vollem Harnisch. Seine rotmarmorne Tumba (Hochgrab) ist eine für Kärnten seltene Bestattungsform. Auch die anderen Grabmäler aus dem 15./16. Jh., ebenfalls den Rest des Freskenzyklus aus dem 15. Jh., sollte man beachten. 

Seit 1972 ist der Stiftshof Schauplatz der alljährlichen Südkärntner Sommerspiele, die jedes Jahr ein Lustspiel einem zahlreichen Publikum vorführen.

Unterhalb der Anlage in Richtung Ortsmitte steht ein großer Bildstock.

An der Straße nach Bleiburg steht die Propstei, Bleiburger Str. 11, der ehemalige Pfarrhof aus dem 16. Jh., der im 17. Jh. erweitert wurde. Im Garten befindet sich ein Rokokopavillon von etwa 1750.

Dieter Buck

Info:
Tourismusregion Klopeiner See - Südkärnten, Telefon 0043 (0) 4239 2222, www.klopeinersee.at, info@klopeinersee.at
Unterkunft:
Familienhotel Silvia, Familie Pukart, Westuferstr. 26, A 9122 St. Kanzian/Klopeiner See, www.hotel-silvia.at, office@silvia.co.at
Literatur:
Dieter Buck, Genusswandern in Kärnten. 50 einfache bis mittelschwere Touren. Styria regional. Wien, Graz, Klagenfurt. 2013
Hier können Sie das Buch kaufen: www.styriabooks.at
Empfohlene Karten:
Kompass 65 Klopeiner See Karawanken Ost, 1:50000
Kompass 065 Klopeiner See Bad Eisenkappel, 1:25000
Hier können Sie die Karten kaufen: www.kompass.at

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