Dienstag, 17. Juni 2014

Osttirol: das Opernfestival 2014

Opernfestival in den Osttiroler Bergen


Der Osttiroler Intendant Hansl Klaunzer setzt im kommenden Sommer seine erste Opernkomposition (Premiere: 25. Juli 2014) auf den Spielplan eines neuen, vielversprechenden Kulturprojekts, das Musikverliebte und kunstsinnige Gäste an den Spielort ins Matreier Tauerncenter locken soll: Mit „Gruß an Schloss Weißenstein – die Oper in den Bergen“ illustriert der bekannte Volksmusiker und Komponist die tragische Liebe des Barons Adalbert von Mengershausen zu Theresia Trost, einer um viele Jahre jüngeren Bauerntochter aus dem damaligen Windisch-Matrei.

„Dabei spielt natürlich das mittelalterliche Schloss Weißenstein eine große Rolle“, sagt Intendant Klaunzer – und er fügt hinzu: „Nomen est omen! Das Schloss thront nämlich nördlich von Matrei auf einem mächtigen Felsen aus weißem Dolomitmarmor. Im ausgehenden 19. Jahrhundert war es eines der ersten Nobelhotels und zu dieser Zeit auch bereits in Mengershausens Besitz.“ Mit dem Matreier Tauerncenter als Spielstätte inszeniert Klaunzer seine Produktion somit nur unweit von jenem Ort – Schloss Weißenstein ist heute im Privatbesitz –, an dem sich die tragische Liebe zwischen Baroness Theresia und ihrem Gatten, Baron Adalbert von Mengershausen, einst entsponnen hat. Komponist Hansl Klaunzer schlägt mit seinem bemerkenswerten Opern-Erstlingswerk eine musikalische Brücke zwischen Volksmusik, Klassik und Musiktheater und vereint diese Genres geschickt zu einem noch nie dagewesenen Klangbild.



Hansl Klaunzer – Das Komponieren ist seine Leidenschaft
Ein Tausendsassa ist er, der vielseitige Hansl Klaunzer: Musiker, Kapellmeister und Komponist in einer Person. Viel Applaus hat der 56-jährige Osttiroler in der Vergangenheit bereits für seine schwungvollen Märsche und Polkas geerntet. So manche Trophäe zeugt von Erfolgen, die der Matreier mit seinen Kompositionen bei Musikwettbewerben in der Vergangenheit erzielt hat. Das Komponieren ist nämlich Klaunzers wahre Leidenschaft. Die ersten Schritte in diesem Metier unternahm das Multitalent bereits früh als Mitbegründer und Trompeter des Goldried-Quintetts



Auch später als Leiter der Altmatreier Tanzmusik wagte sich der begeisterte Volksmusiker immer wieder an neue musikalische Herausforderungen heran: Er komponierte Messen wie die „Bergbläsermesse” oder die „Iseltaler Weihnachtsmesse“ und er schrieb so manches Stück für Blasmusikkapellen und Chöre im In- und Ausland. Nun steht Hansl Klaunzers erstes großes Bühnenwerk vor der Uraufführung im Matreier Tauerncenter: die Oper „Gruß an Schloss Weißenstein“, die am 25. Juli 2014 ihre Premiere hat. Nicht nur das Konzept zum Opern-Erstlingswerk, sondern auch das Libretto stammen aus Klaunzers Feder.

Liebestragödie auf Schloss Weißenstein
Man könnte sagen: Alles begann beim Innsbrucker Promenadenkonzert im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg im Juli 2012, als dort Hansl Klaunzer mit der Altmatreier Tanzmusik aufspielte. Er und seine Musikkapelle ernteten nämlich tosenden Applaus vom Publikum und zudem stehende Ovationen für einen ganz speziellen Walzer: „Gruß an Schloss Weißenstein“, eine Komposition des Matreiers Alois Trost, die der k. u. k. Regimentsmusiker für seine Schwester Theresia am Anfang des 20. Jahrhundert komponiert hatte – quasi als musikalischen Trost, denn Theresia Trost führte zu dieser Zeit bereits eine unglückliche Ehe mit Baron Adalbert von Mengershausen, dem damaligen Eigentümer und Herrn von Schloss Weißenstein



Diese Liebestragödie auf Schloss Weißenstein ist es auch, die Multitalent Hansl Klaunzer zum Stoff für sein Opern-Erstlingswerk gemacht hat. Der Osttiroler Künstler begann noch im August 2012 damit, das Libretto zu schreiben, Melodien zu komponieren und sich einzelne Szenen für die Inszenierung auszumalen. Nur fünf Monate später war die Oper vollendet, die auf dieser wahren Begebenheit aufbaut. Die Handlung spielt in Matrei um 1900. Baron Mengershausen, der eben erst das Nobelhotel Schloss Weißenstein erworben hat, findet schnell Gefallen an der noch minderjährigen Bauerntochter Theresia Trost. Er finanziert ihr die Ausbildung im Ausland und heiratet die junge Theresia nach ihrer Rückkehr nach Matrei.

Die junge Baroness gewöhnt sich zwar schnell an das Leben im Schloss, die Beziehung zu ihrem weit älteren Gatten bleibt aber zeitlebens getrübt. Sie ist zutiefst unglücklich und das merkt auch ihr Bruder Alois Trost, der – als Militärmusiker in Trient stationiert – daraufhin einen selbst komponierten Walzer („Gruß an Schloss Weißenstein“) als musikalischen Trost in die Heimat schickt. Später, im Jahr 1917 verunglückt Alois Trost während eines Heimaturlaubs; er stürzt bei der Gamsjagd ab. Ein Schicksalsschlag für die junge Frau, die daraufhin mit ihrem Mann nach Deutschland zieht – doch das Heimweh und eine Lungenentzündung nagen an ihrer Gesundheit. Die Baroness fühlt sich zunehmend einsam und verlassen, umso mehr, als ihr Ehemann immer wieder Umgang mit anderen Frauen hat. Vergeben kann sie dem Baron erst, als sie im Sterben liegt.

Info:
Opernfestival Osttirol
Hans Klaunzer
Prossegg 23
9971 Matrei/Osttirol

Dieter Buck
Fotos: Josef Obertscheider und HF (Opernfestival Osttirol), Opernfestival Osttirol

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