Montag, 29. April 2013

Radwandern auf den Spuren der Römer: die Via Claudia Augusta



Via Claudia Augusta: 
Radwandern auf den 
Spuren der Römer

 
Die alte Römerstraße Via Claudia Augusta erlebt 2000 Jahre nach ihrer Erschaffung eine Renaissance. Gebaut für die römischen Heere, erobern heute rund 40.000 Radfahrer und Wanderer pro Jahr den historischen Wegdurch Tirol und über die Alpen.

Die Motive für eine Alpenüberquerung entlang der Via Claudia Augusta sind klar. Für viele Radfahrer ist es die beste Möglichkeit, die Alpen von Nord nach Süd zu überqueren und sich damit einen lang gehegten Traum zu verwirklichen. Ein weiteres Motiv könnte man unter dem Begriff „Auf in den Süden“ zusammenfassen. Nicht zu vergessen: Viele Radler wählen diese Route über die Alpen, um sich auf die Spuren der Römer zu begeben.


 Und das kann man nirgendwo besser als auf der Via Claudia Augusta. Alles begann im Jahr 15 vor Christus, als der römische General Drusus der Ältere begann, die Pfade der Kelten, Räter und Etrusker zur ersten richtigen Straße über die Alpen auszubauen. Dieses immense Werk wurde erst 60 Jahre später fertig gestellt. Die Straße ermöglichte nicht nur den raschen militärischen Nachschub, sondern verband auch die Menschen an der Adria und der Po-Ebene mit jenen an den Donauebenen im Norden des Reichs. Die Via Claudia Augusta war somit eine der zentralen Kulturachsen Europas.

Tirol: Höhepunkt der Via Claudia Augusta
Heute ist die Via Claudia Augusta die eine der beliebtesten Radwanderrouten Europas. Und das zu Recht, denn die 700 Kilometer lange Strecke ist die einfachste Form, die Alpen von Nord nach Süd zu überqueren. Gestartet wird im bayerischen Donauwörth. Die Via Claudia Augusta endet dann in der Nähe von Venedig bzw. in der Po-Ebene. Dazwischen liegen rund 700 Kilometer verschiedenster Klimazonen, Naturerlebnisse und weltoffener Menschen, welche die Reisenden auf der Kaiserstraße schon immer herzlich willkommen geheißen haben.

Tirol ist mit seinen Etappen für die Biker der Höhepunkt ihrer Reise. Denn im Herz der Alpen überquert man den Alpenhauptkamm und kann hautnah spüren, mit welchen Schwierigkeiten die Römer bei der Errichtung der Straße gekämpft haben müssen.

Kulinarische Entdeckungsreise auf der Via Claudia Augusta
Erfolgreich ist die Via Claudia Augusta, weil sie ein authentisches Erlebnis ist. Die heutige Route führt immer entlang der originalen Route und führt die Biker zu historischen Erlebnissen und Naturhighlights der besonderen Art und Weise. Selbst kulinarisch kann man sich entlang der Kaiserstraße in die Zeit der Römer zurückversetzen.

Allein in Tirol gibt es 28 Mitgliedsbetriebe der Via Claudia Augusta, die auf ihrer Speisekarte regionale Küche wie vor 2000 Jahren anbieten. „Wir haben diese Gerichte unter wissenschaftlicher Leitung neu erfunden“, erzählt Christoph Tschaikner von der Via Claudia Augusta. „Originalrezepte aus dieser Zeit gibt es kaum. Wir haben uns an originale Beschreibungen gehalten und gemeinsam mit Historikern diese historische Küche zu neuem Leben erweckt.“

So kommt es, dass Radfahrer am Ende einer Etappe in einem Tiroler Wirtshaus eine Gerstlsuppe wie vor 2000 Jahren genießen können. „Diese Küche ist regional und hat ihre Besonderheiten“, erzählt Tschaikner weiter. „Sie ist der heutigen arabischen Küche nicht unähnlich, beinhaltet viele Gewürze, sehr viel Gemüse und spielt mit Schärfe und Süße.“

Via Claudia Augusta: Viele Neuerungen 2013
Für das Jahr 2013 dürfen sich Biker übrigens nicht nur über diese authentischen kulinarischen Erlebnisse freuen, sondern auch über einige Neuheiten entlang der Via Claudia Augusta. „Unser Ziel ist es, die Überquerung der Alpen so bequem und einfach wie möglich für die Radwanderer zu gestalten“, meint Christoph Tschaikner. Deshalb werden dieses Jahr entlang der Kaiserstraße 1.000 zusätzliche Schilder angebracht, damit sich Radfahrer jederzeit auf dem richtigen Weg befinden.

Neu ist, dass die Via Claudia Augusta ab 2013 durch Imst leicht adaptiert wird, um den Radlern einen möglichst umfassenden Einblick in diese Stadt zu bieten. Auch die Strecke über den Fernpass wurde leicht adaptiert und bietet nun noch mehr Genuss für Radwanderer.  Besonders erfreulich ist, dass der Rückholservice von Jahr zu Jahr optimiert wird. Die Reise in den Süden quer durch Tirol wird damit zum sorgenfreien Vergnügen.

E-Bike im Vormarsch auf der Via Claudia Augusta
Auf der Via Claudia Augusta ist das E-Bike ein großes Thema, denn damit wird die Durchquerung Tirols von Nord nach Süd für jeden machbar, der gerne Rad fährt. Alle 230 Gastgeber entlang der Via Claudia Augusta sind auf E-Biker eingestellt und bieten hier das nötige Umfeld. Und wer die Alpen besonders bequem überqueren will, für den gibt es in Tirol am Fernpass und am Reschenpass einen eigenen Radshuttle. Dieses Tiroler Modell der Shuttles hat sich übrigens so gut bewährt, dass es jetzt im Trentino und Veneto vier weitere Shuttlebusse gibt. Damit sind alle Passhöhen der Via Claudia auch so bewältigbar.

Tiroler Gastfreundschaft
Nicht zuletzt erleben jährlich 40.000 Biker und Wanderer entlang der Via Claudia Augusta ein besonderes Phänomen: die Gastfreundschaft der Menschen. „Seit 2000 Jahren begegnen die Menschen entlang der Kaiserstraße Reisenden“, erklärt Christoph Tschaikner. „Das hat die die Kultur gegenüber fremden Einflüssen geprägt. Die Menschen entlang dieser Straße sind weltoffen, herzlich und heißen jeden Reisenden willkommen.“

Dieter Buck

Info:
Alle Informationen zur Via Claudia Augusta, Radkarten, Infos zu Radshuttles, Unterkünften und dem Rückholservice findet man übersichtlich im Internet unter www.viaclaudia.org.

Fotos:
Tirol bewusst genießen: Tirols Radwanderwege – wie die Via Claudia Augusta – eröffnen für Biker aus aller Welt die Faszination der Alpen. Von sanft und bequem bis abenteuerlich und sportlich bietet Tirol Bikern das Beste auf zwei Rädern. (Foto: Via Claudia Augusta)
Radwanderern offenbaren sich auf ihrem Weg von Nord nach Süd eindrucksvolle Panoramen - wie beispielsweise hier die Zugspitze. (Foto: Via Claudia Augusta)


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