Dienstag, 8. Januar 2013

Schweiz: internationaler Architekturpreis


Schweiz lobt internationalen Architekturpreis aus 


Alpenweiter Architekturpreis: 50.000 Euro für nachhaltiges Sanieren und Bauen 


 


Die Schweiz lobt mit «Constructive Alps» den zweiten internationalen Architekturpreis für nachhaltiges Sanieren und Bauen in den Alpen aus. Die Hürde zum Mitmachen für die erste Runde ist gering, die Ambitionen des Preises gross: Die Alpen sollen Modellregion in Sachen Klimaschutz werden. 




Wie lassen sich schönes Leben in den Alpen und sorgsamer Umgang mit der Natur vereinen? Antworten darauf will der Architekturpreis «Constructive Alps» geben. Bauobjekte können bis zum 19. Februar 2013 eingereicht werden. Eine internationale Jury wird dann im Sommer Neubauten und Sanierungen aus Industrie, Freizeit, Dienstleistungen, private oder kommunale Wohngebäude sowie öffentliche Gebäude prämieren, die zwischen 2008 und 2012 in den Alpen fertiggestellt wurden. Bei der Bewertung spiele ästhetische Aspekte ebenso eine Rolle wie umfassende Kriterien der Nachhaltigkeit: die Anbindung der Gebäude an das öffentliche Verkehrsnetz, die Wahl von ökologischen Baustoffen oder eine energieeffiziente Bauweise. 
 


 

Architekturpreis: Bauen für klimaneutrale Alpen

«Constructive Alps» ist ein Schweizer Beitrag zur Umsetzung des Klimaaktionsplans der Alpenkonvention. Mit dem Aktionsplan haben sich die Alpenstaaten 2009 verpflichtet, die Alpen Schritt für Schritt zur Modellregion in Sachen Klimaschutz zu machen (siehe Kasten). Das nachhaltige Sanieren und Bauen spielt hier eine bedeutende Rolle: In den Alpen verbrauchen private Haushalte genauso viel Energie wie der gesamte Verkehrssektor. Die Energie – sie wird vor allem mit Heizöl und Erdgas erzeugt – wird größtenteils für das Heizen und Kühlen der Räume verwendet. Alte, schlecht isolierte Gebäude sind besondere Energieverschwender. Schlüssel für einen effektiven Klimaschutz ist daher das Sanieren von Gebäuden und der Neubau mit regionalen und ökologischen Baustoffen. 


«Constructive Alps» unterstreicht auch die Schweizer Bemühungen um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Alpenraum, ein besonderes Anliegen des Schweizer Vorsitzes der Alpenkonvention (2011-2012): Der Preis wird in Zusammenarbeit mit der Regierung des Fürstentums Liechtenstein sowie mit Unterstützung der Universität Liechtenstein und der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA durchgeführt. 

 

Architekturpreis: 
Einfache Einreichung, prominente Preisverleihung

Eine internationale Jury unter Vorsitz des Schweizer Architekturjournalisten Köbi Gantenbein wählt in einem zweistufigen Verfahren die Gebäude aus. Für die Teilnahme an der ersten Runde braucht es nicht viel mehr als zwei Fotos und eine kurze Begründung, warum das Objekt besonders nachhaltig ist. Die Schweiz will damit möglichst viele Architekten und Bauherren aus den ganzen Alpen ermutigen ihre Gebäude für den Preis einzureichen. Die Jury besichtigt anschließend 25 Projekte vor Ort und wählt nach umfassenden Kriterien der Nachhaltigkeit aus. Am 30. August gibt die Umweltministerin der Schweiz, Bundesrätin Doris Leuthard, die Sieger anlässlich der Preisverteilung im Alpinen Museum in Bern bekannt.


Der Preis will Architekten und Bauherren zum energieeffizienten Bauen aus regionalen Baustoffen ermutigen. «Constructive Alps» möchte vor allem die Menschen in den Alpen für das Thema nachhaltiges Sanieren und Bauen gewinnen. So werden die 25 ausgewählten Projekte ab Ende August in einer Ausstellung im Alpinen Museum gezeigt und die Schweizer Architekturzeitschrift «Hochparterre» druckt eine deutsch-englische Sonderausgabe zu den Sanierungen und Neubauten. Anschliessend gehen die Projekte in einer Wanderausstellung auf die Reise. 



 

Architekturpreis:
Mit Sinn und Sinnlichkeit - die Gewinner von 2011

Zur Umsetzung des Klimaaktionsplans hatte 2011 das Fürstentum Liechtenstein erstmals einen alpenweiten Architekturpreis ausgeschrieben. 201 Objekte aus sieben Alpenstaaten wurden eingereicht. Als Siegerprojekt wurde das Gemeindehaus in Raggal/A ausgezeichnet. Es ist ein Holzbau aus Fichten aus dem gemeindeeigenen Wald, gebaut vom österreichischen Architekten Johannes Kaufmann. Den zweiten Preis vergab die Jury für die Sanierung des 170-jährigen Holzblockhauses «Gasthof Krone» in Hittisau/A. Der dritte Preis ging an die neue Passivhauswohnanlage im Bächli im Schweizerischen Teufen. Die Jury sprach für drei weitere Projekte eine Anerkennung aus: Neubau des Produktions- und Logistikgebäudes Hilti P4 plus in Thüringen/A, Sanierung der Borgata Paraloup/I und Neubau Passivhauswohnanlage Samer Mösel in Salzburg/A.



Die Alpenkonvention ist weltweit das erste völkerrechtlich verbindliche Übereinkommen für die nachhaltige Entwicklung einer Bergregion. 1991 haben die acht Alpenstaaten und die Europäische Union die Rahmenkonvention unterzeichnet. Acht Protokolle regeln die Umsetzung im Detail. 


Die Umweltminister der Vertragsparteien haben 2009 in Evian, Frankreich, als Ergänzung zu den Protokollen der Alpenkonvention einen Klimaaktionsplan verabschiedet: Die Staaten verpflichten sich darin konkrete Massnahmen umzusetzen und die notwendigen Mittel bereitzustellen, damit die Alpen Modellregion bei der Vermeidung des Klimawandels und bei der Anpassung an seine Folgen werden. 


Infos:

Weitere Informationen unter www.constructivealps.net


Anfragen richten Sie bitte an

Silvia Jost, Bundesamt für Raumentwicklung ARE, CH 3003 Bern, Tel. +41 31 322 06 25, silvia.jost@are.admin.ch

Köbi Gantenbein, Jurypräsident, Ausstellungstrasse 25, CH 8005 Zürich, Tel. +41 44 444 28 88, gantenbein@hochparterre.ch


Dieter Buck

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