Montag, 7. Januar 2013

Kärnten 11: Region Klopeiner See - Bad Eisenkappel, Trögener Klamm


Kärnten 11
Region Klopeiner See
Bad Eisenkappel 4
Durch die Trögerner Klamm



„Stellen Sie hier ihr Kraftfahrzeug ab, schützen und genießen Sie dadurch die Naturschönheit“. Derart macht der Bürgermeister am Eingang der Trögerner Klamm auf diese Sehenswürdigkeit aufmerksam. Man könnte allerdings auch mit dem Auto durch die Klamm bis zu deren Ende fahren, kann damit aber die Naturschönheiten nicht genießen. 

Zuerst: Fahrt über Ebriach
Nach der Besteigung des Hochobir war der Tag noch lange nicht um - man ist ja nicht lange unterwegs. Da in der Nähe die Trögerner Klamm liegt, fuhren wir dorthin. Das Bergsträßchen brachte uns an dem Kirchlein von Ebriach vorbei, das zwar in schöner Lage über dem Bach liegt, leider aber verschlossen war.


Dann aber: zurück in die Trögerner Klamm!

Im Tal unten angelangt fuhren wir zum Radlwirt und dort nach links hinein in die Trögerner Klamm. Das Auto, wie vom Bürgermeister vorgeschlagen, stellt man auf einem der beiden Parkplätze ab, spätestens beim Silberbründl. Hier fällt das Wasser kaskadenartig über viele Holzrinnen herab. Der schönste Teil der Klamm beginnt hier und endet beim Gasthof Franzl; dieser machte bei unserem Besuch jedoch nicht den Eindruck, als wäre er geöffnet.

Silberbründl: Hier beginnt die Wanderung

Ab dem Parkplatz beim Silberbründl wandert man also, zwar auf dem Sträßchen, aber man hat immer wieder prächtige Tiefblicke hinab in die Trögerner Klamm. Immer wieder kann man nach unten ans Wasser gelangen, was an heißen Sommertagen - so wie heute -eine beliebte Freizeitbeschäftigung zu sein scheint.
Für Wanderer wurden originelle Rastplätze gebaut: Man hat Felsen und Baumstämme zu Brunnen, Tischen und Sitzgelegenheiten umfunktioniert. 


Naturschutzgebiet am Fuß der Karawanken
Das erste Sträßchen durch die heute mit 210 Hektar als Naturschutzgebiet ausgewiesene Trögerner Klamm am Fuße der Karawanken wurde erst in den Jahren 1923 bis 1925 von Pionieren des Alpenjäger-Regiments Nr. 11 aus den Felsen gesprengt, die kleine Siedlung Trögern war vorher nur auf einem Karrenweg von Seeland her über den südlichen Bergkamm zu erreichen. Heute kann die Trögerner Klamm auf dem kaum befahrenen Sträßchen auch von Eltern mit Kinderwagen oder Menschen mit Behinderung begangen werden.

Am Ende der Trögerner Klamm liegt in der Höhe die namensgebende kleine Ansiedlung Trögern (slow. Korte) mit einer idyllischen Bergkirche. 
Trögerner Klamm: zur Geologie
Die Trögerner Klamm schneidet sich schluchtartig in die Vorberge der Koschuta ein. Der Spaziergang durch die Trögerner Klamm gleicht einer Tour durch den einstigen Meeresgrund. Die östlichen Karawanken werden nämlich durch die in West-Ost-Richtung verlaufenden Periadriatische Naht zweigeteilt - diese bedeutendste Störungszone der Alpen trennt die Ostalpen von den Südalpen. Und während die Berge südlich des Ebriachbaches mit Koschuta, Seebergsattel, Uschova und der Trögerner Klamm zu den Südalpen gehören, werden Hochobir und Petzen bereits zu den Ostalpen gezählt.

Der glasklare Trögerner Bach hat sich tief in das helle Dolomitgestein aus Triaskalken eingegraben und dabei interessante Felsgebilde heraus geschliffen. Immer wieder sieht man links und rechts kleine Wasserfälle, und im Bach gibt es viele Gumpen mit grünblauem Wasser. Im Wasser sieht man auch bunte Steinkonglomerate, die durch das wilde Wasser fein geschliffen wurden - ein wahres Paradies für Steinesammler und Naturfreunde! Sie finden hier nicht nur zahlreiche Gesteinsarten, sondern auch verschiedene Fossilien, Muschelschalen, Schnecken sowie verschiedene Moostierchenkolonien und Fische.
Seltene Alpenflora und -fauna
Bewachsen ist die Trögerner Klamm mit einem für ihre Höhenlage von etwa 700 Meter N.N. typischen Buchen- und Grauerlenwald, zwischen dem die weißen Kalkfelsen hinab zum Bach ziehen. An den Felsen wachsen inselartig Grasflecken, vor allem an heißen Tagen erweckt die Landschaft dadurch einen südländischen Eindruck. An Flora finden wir seltene Alpenflora wie Enziane, Petergstamm, Steinröschen, Alpenrosen, Krainer-Lilie und Clusius-Primel. Einzig in Österreich blüht hier der giftige Gift-Hahnenfuß (Ranunculus thora), fast ebenso selten ist der Dolomit-Streifenfarn.
Im Trögerner Bach und seinen Uferbereichen und Schotterbänken findet man eine reichhaltige Insekten- und Spinnenfauna, ja hier leben Tierarten von europaweiter Bedeutung. So kennt man in keinem anderen Fließgewässer in Kärnten so viele Kurzflügelkäfer wie gerade hier an den Ufern. Amphibien wie Feuersalamander und Gelbbauchunke laichen in den Wasser führenden Seitengräben und Überschwemmungstümpeln. Weiter findet man unter anderem die Sumpf-, Wasser-und die Alpenspitzmaus, an Vogelarten sei die Gebirgsstelze erwähnt.

Zur Trögerner Kirche
Vor dem Gasthof Franzl kommt noch einmal eine schöne Stelle, an der man ans Wasser gelangen kann. Von hier aus könnte man noch etwa 2 Kilometer bis zu Fahrverbotschild wandern, von dort geht man noch knapp einen Kilometer bis zur Trögerner Kirche. Sie ist zwar nur zu den Gottesdienstzeiten geöffnet, bietet aber einen schönen Blick auf die Klamm und zum Massiv der Koschuta. Ob man dies jedoch noch machen sollte, ist die Frage, wir haben darauf verzichtet.
Durch die Ebriachklamm
Der Rückweg nach Bad Eisenkappel ins Hotel Berghof Brunner**** führt ebenfalls durch eine Klamm, die „Ebriachklamm, wo sich das Tal verengt und senkrechte und teils überhängenden Felsen die Fahrstraße begrenzen. Hier hat sich der Ebriachbach im Laufe der Jahrtausende ein schmales Bett in den graugrünen vulkanischen Diabas gegraben.
Länge: Etwa 6 Kilometer bis zum Gasthaus Franzl.
Zeit: Etwa 3 Stunden.
Höhenunterschied: Etwa 50 Meter bis zum Gasthaus Franzl.
Sonstiges: Man wandert auf einem Fahrsträßchen.

Dieter Buck
Karte:
Kompass Wanderkarte 65 Klopeiner See Karawanken Ost Steiner Alpen.

Unterkunft:
Hotel Berghof Brunner****, Familie Haderlap, A 9135 Bad Eisenkappel, Lobnig 4, Telefon 0043 (0) 4238 301. WLan kostenlos, auf den Zimmern sind Kühlschränke.

Auskunft:
Tourismusregion Klopeiner See - Südkärnten, Schulstr. 10, A 9122 St. Kanzian am Klopeiner See, Telefon 0043 (0) 4239 2222

Tourismusverein, A 9135 Bad Eisenkappel, Telefon 0043 (0) 4238 8686

Lehrtafeln in der Trögerner Klamm



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